Ist der Selbstmord ein Mord?

Martin Ebel über den schwierigen sprachlichen Umgang mit dem Ende, das man selbst seinem Leben setzt.

«Selbstmord» suggeriert ein Verbrechen. Bei «Freitod» ergreift man Partei. Mit der Formulierung «Er hat sich das Leben genommen» weicht man dem aus.
Martin Ebel@tagesanzeiger

Unser wöchentliches Videoformat «Die kleine Sprachsprechstunde» mit TA-Literaturredaktor Martin Ebel betrachtet sich ­im weitesten Sinn als Ratgeberkolumne. Ihr Ziel ist es, das Sprachgefühl zu pflegen und gegen sprachlichen Egalismus anzugehen. Ein Bewusstsein zu wecken für so vieles, was man tagtäglich an sprachlichem Unsinn, Geschwurbel, aber auch an subtiler Beeinflussung zugemutet bekommt – oder selbst hervorbringt.

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