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«Ich sehe nur eine militärische Lösung in Nigeria»

Wole Soyinka, Literaturnobelpreisträger aus Nigeria, über die Situation im Land nach der Entführung von 200 Mädchen durch die Terrorgruppe Boko Haram und die Versäumnisse der Regierung.

«Das radikalislamische Netzwerk ist eine Bedrohung für den afrikanischen Kontinent»: Wole Soyinka. Foto: Tom Pilston (Panos)
«Das radikalislamische Netzwerk ist eine Bedrohung für den afrikanischen Kontinent»: Wole Soyinka. Foto: Tom Pilston (Panos)

Am 14. April wurden in Nigeria mehr als 200 Mädchen aus einem Wohnheim entführt. Der Fall empörte die Weltöffentlichkeit, aber die Mädchen sind immer noch in der Gewalt der Boko Haram. Wissen Sie etwas über ihren Verbleib?

Ich verfüge über keine anderen Informationen als der Rest der Welt. Die offiziellen Statements der Militärs sind ebenso nichtssagend wie zynisch: «Wir wissen, wo die Mädchen festgehalten werden, können aber diese Information aus Gründen der Sicherheit nicht bekannt geben.» Manches spricht für die Anwesenheit von erfahrenen internationalen Unterhändlern im Sambisawald. Was wir nicht wissen, ist, wie viele von den Mädchen noch tatsächlich im Wald gefangen gehalten werden. Einige sind, wie nicht anders zu erwarten war, inzwischen erkrankt. Alle leiden unter Unterernährung und sind traumatisiert. Alle werden barbarischer religiöser Indoktrination unterzogen. Sie alle repräsentieren eine grandiose Bankrotterklärung humanitärer Bemühungen.

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