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«Es gibt weiterhin unzählige unaufgeklärte RAF-Verbrechen»

Heute ging der Prozess um Verena Becker zu Ende. Die Linksextremistin wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Ist damit das letzte RAF-Kapitel abgeschlossen? Experte Wolfgang Kraushaar beurteilt das Verdikt.

Ex-RAF-Mitglied Verena Becker mit ihren Anwälten am Gericht letzte Woche. Heute wurde das Urteil bekannt gegeben und Verena Becker wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.
Ex-RAF-Mitglied Verena Becker mit ihren Anwälten am Gericht letzte Woche. Heute wurde das Urteil bekannt gegeben und Verena Becker wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.
Keystone
Es geht um die Beteiligung von Becker am Attentat vom 7. April 1977 auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback, bei dem Buback und sein Fahrer Wolfgang Göbel getötet wurden.
Es geht um die Beteiligung von Becker am Attentat vom 7. April 1977 auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback, bei dem Buback und sein Fahrer Wolfgang Göbel getötet wurden.
Keystone
Der dritte Terrorist, der für die Beteiligung am Buback-Mord verantwortlich gemacht wurde, ist Knut Folkerts, auf dem Foto ganz rechts neben Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. 2008 wollte man die Beteiligten mit Beugehaft zum Reden über den Mordfall zwingen, erreichte aber keine weiteren Aussagen.
Der dritte Terrorist, der für die Beteiligung am Buback-Mord verantwortlich gemacht wurde, ist Knut Folkerts, auf dem Foto ganz rechts neben Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. 2008 wollte man die Beteiligten mit Beugehaft zum Reden über den Mordfall zwingen, erreichte aber keine weiteren Aussagen.
Keystone
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Herr Kraushaar, ist die juristische Beurteilung der RAF mit diesem Urteilsspruchnun abgeschlossen? Nein, dieser Einschätzung muss ich sehr deutlich widersprechen. Ein Schlussstrich ist das Urteil beileibe nicht, obwohl es in den Medien häufig so eingeschätzt wird. Es gibt weiterhin unzählige RAF-Verbrechen, die noch unaufgeklärt sind. Ich denke da insbesondere an Verbrechen der dritten Generation der RAF – Verbrechen also, die zwischen 1985 und 1994 begangen wurden, beispielsweise die Ermordungen des Deutsche-Bank-Vorstandssprechers Herrhausen 1989 und des Politikers Rohwedder 1991.

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