Bern

Bratpfannenbrutzeln auf Band

BernGanz Ohr für Neues: Das Berner Festival «Sonohr» (ab heute) bietet Radiofeatures und Science-Fiction-Hörspiele wie die Berner Produktion «Talentocracy».

Am Vorbereiten: This Bay und Giulia Meier im Festivalbüro.

Am Vorbereiten: This Bay und Giulia Meier im Festivalbüro. Bild: Beat Mathys

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«Eintauchen in die Welt der Klänge», so der Slogan des Festivals. Doch «Sonohr» dreht sich nicht ums Musizieren. Stattdessen stehen fiktive Hörspiele und Reportagen auf dem Programm. Für so manchen Festivalbesucher etwas ganz Neues. Die Co-Organisatoren Giulia Meier und This Bay kennen sich mit Hörkultur mittlerweile bestens aus. Neben der Arbeit bei Radio Rabe begannen sie bald einmal, mit Hörspielen zu experimentieren. Selbstverständlich sind sie auch bei der sechsten Festivalausgabe dabei.

Science-Fiction für die Ohren

Da sich die beiden mit Giorgio Ravioli und Sarah Wüst nun auch als Autoren und Regisseure einer Hörspielserie betätigen, ergaben sich neue Herausforderungen für die alten Hasen im Tongeschäft. «Im Film und im Theater musst du den Text nicht so gestalten, dass auch der Hinterletzte noch begreift, was läuft», sagt Bay. Doch ihr Hörspiel sollte ohne Erzähler funktionieren und lediglich von Geräuschen untermalt sein. Dementsprechend aufwendig war es, «Talentocracy» zu schreiben.

Ausschnitt aus «Talentocracy»: Gerwin auf Jobsuche in der «talentokratischen» Gesellschaft.

Der Schweizer Arbeitsmarkt ist im Jahr 2045 eine Art Talentsuchagentur – ein hartes Pflaster für Leute mit schwachem Selbstbewusstsein! «Heutzutage macht dir niemand eine Diagnose und sagt dir dann, welches dein Talent ist», sagt Giulia Meier. Im Hörspiel hingegen ist genau das alltäglich. Wie die Figuren damit umgehen, wird in der zwölfteiligen Serie ausführlich erzählt.

Auf der Suche nach Stille

Wie klingt eigentlich brutzelndes Fett? In der Dunkelheit des Kinos wird man die Küchengeräusche in «Talentocracy» wohl ganz anders wahrnehmen als sonst.

Ausschnitt aus «Talentocracy»: In der futuristischen Küche.

Und besonders auch jene, die bei der Aufnahme gestört haben. Laut Bay ist es unmöglich gewesen, draussen einen ganz stillen Ort zu finden. Aufnahmestudios haben die Macher von «Talentocracy» bewusst vermieden. Ein Glück, denn so haben die Zuhörer einiges zu lauschen.

Festival:ab heute bis So, 21. 2., Kino Rex/Kulturpunkt im Progr, Bern. «Talentocracy»:Sa, 19. 2., 18.30 Uhr, Kino Rex. Weitere Informationen: www.sonohr.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.02.2016, 15:01 Uhr

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