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Anschlag auf berühmten Ballettchef

Sergei Filin, am Moskauer Bolschoi-Theater für die Rollenvergabe bei Tanzvorführungen zuständig, ist bei einer Säureattacke schwer verletzt worden.

Wurde bei einem Säureanschlag verletzt: Tänzer Sergei Filin, hier mit dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und dessen Frau Swetlana, 28. Oktober 2011.
Wurde bei einem Säureanschlag verletzt: Tänzer Sergei Filin, hier mit dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und dessen Frau Swetlana, 28. Oktober 2011.
Vladimir Rodionov, Keystone

Ärzte eines Moskauer Spitals kämpfen um das Augenlicht des 42-jährigen Tänzers, wie russische Medien am Freitag berichteten. Ein maskierter Unbekannter hatte Filin, der die grösste und berühmteste Balletttruppe der Welt seit 2011 führt, am späten Donnerstagabend vor seiner Wohnung angegriffen und ihm Säure ins Gesicht geschüttet. Das teilte die Polizei mit. Der Täter entkam. Ermittelt werde wegen schwerer Körperverletzung.

Der Familienvater trug schwere Verätzungen an den Augen und am Kopf davon. Filins Posten gilt als einer der einflussreichsten in der Welt des Tanzes – und als einer der am meisten umkämpften. Der in Moskau geborene Filin gilt als Tänzer von Weltrang.

«Es gab gegen Sergei ständig Drohungen, seit er diese Position übernommen hat», sagte die Sprecherin des Theaters, Katja Nowikowa. Da Filin die Tänzer für Rollen aussuchte, kam es immer wieder zu Konflikten innerhalb der Truppe. «Wir hätten nie gedacht, dass solch ein Krieg um Rollen – und nicht etwa um Immobilien oder um Öl – solch ein kriminelles Niveau erreichen kann.»

Halbes Jahr Genesung

Bolschoi-Intendant Anatoli Iksanow verurteilte den Anschlag. «Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass dies mit seiner beruflichen Tätigkeit zu tun hat», sagte Iksanow dem russischen Staatsfernsehen.

«Er ist ein prinzipienfester Mensch und macht keine Zugeständnisse. Wenn er den einen oder anderen Künstler für nicht reif für eine Partie hält, verwehrt er ihm den Auftritt», sagte Iksanow. Der Ballettchef gilt als besonnener und diplomatischer Künstler.

Filins Kollegen berichteten, dass zuletzt etwa auch dessen Internetseite gehackt und mit Beleidigungen übersät worden sei. Zudem seien seine Autoreifen zerstochen worden.

Gemäss Medienberichten wird der Künstler von den besten Spezialisten in Moskau behandelt. Experten erwarten, dass Filin mindestens ein halbes Jahr für die Heilung benötigt.

SDA/lmm

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