Japan ehrt Kulturschaffende

Judi Dench, Anish Kapoor, Ricardo Legorreta, Seiji Ozawa und Bill Viola sind am Mittwoch in Tokio mit dem Kunstpreis Praemium Imperiale ausgezeichnet worden.

Freuen sich über den Preis: Die Schauspielerin Judi Dench und der Dirigent Seiji Ozawa.

Freuen sich über den Preis: Die Schauspielerin Judi Dench und der Dirigent Seiji Ozawa.

(Bild: Keystone)

Die Preisträger wurden mit der Auszeichnung für ihr einzigartiges Lebenswerk, ihren Einfluss auf die internationale Kunst und die weltweite gesellschaftliche Bedeutung ihrer Werke geehrt. In der Meiji Gedenkhalle wurde ihnen durch den Schirmherrn der Japan Art Association, Prinz Hitachi, ein Diplom, eine Medaille und das Preisgeld überreicht. Der Praemium Imperiale ist mit je 15 Millionen Yen (derzeit rund 175'000 Franken) dotiert.

Die britische Schauspielerin Dench bekam den international bedeutenden Preis in der Kategorie Theater/Film, der britisch-indische Künstler Kapoor in der Kategorie Skulptur, der Mexikaner Legorreta in der Kategorie Architektur, der japanische Dirigent Ozawa in der Kategorie Musik und der US-Videokünstler Viola in der Kategorie Malerei.

Ehrung erstmals für mexikanischen Künstler

Die 1934 geborene Dench begann ihre Karriere als Schauspielerin am Theater in Stücken von William Shakespeare. In Spielfilmen trat sie selten auf, bis sie als «M» in «Golden Eye» (1995) besetzt wurde und diese Rolle seitdem in James-Bond-Filmen verkörperte. Dench gewann den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Elizabeth I. in «Shakespeare in Love» (1998).

Der Bildhauer Kapoor wurde mit seinen monochromen Grossplastiken international bekannt. Jüngst zeigte er im Grand Palais in Paris die Monumentalskulptur Leviathan. Der US-Amerikaner Viola leistete mit seinen oft als «bewegte Malerei» bezeichneten Werken Pionierarbeit in der Videokunst.

Mit der Auszeichnung für Legorreta ging der Praemium Imperiale erstmals an einen mexikanischen Künstler. Der Architekt kombiniert traditionelle Bauweisen seines Heimatlandes mit der westlichen Moderne und arbeitet dabei stets im Einklang mit der Umwelt.

Preis soll Beitrag zur interkulturellen Verständigung sein

Mit dem 1935 in China geborenen Ozawa wurde Japans meist gefeierter Dirigent ausgezeichnet, dessen Repertoire von Werken der Klassik über die der späten Romantik bis zu den Komponisten des 20. Jahrhunderts reicht. Am bekanntesten ist Ozawa für sein 29 Jahre langes Wirken als Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra. Für 2012 plant er, die musikalische Leitung für das jährliche Waldbühnenkonzert der Berliner Philharmoniker zu übernehmen.

Den mit fünf Millionen Yen dotierten Nachwuchspreis «Grant for Young Artists» teilen sich das Royal Court Young Writers Programme und die Southbank Sinfonia aus London.

Die Japan Art Association verlieh den Preis, der als «Nobelpreis der Künste» gilt, zum 23. Mal. Er soll von Japan aus einen aktiven Beitrag zur interkulturellen Verständigung und zum Austausch innerhalb der Weltgemeinschaft durch die Künste senden.

Zu den bisherigen 108 Preisträgern gehören unter anderen Rebecca Horn, Sophia Loren, Pina Bausch, Daniel Barenboim, Georg Baselitz, Norman Foster, Anselm Kiefer, Ken Loach und Peter Zumthor.

net/dapd

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