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Der Alleskönner

Henry van de Velde war ein Titan der Formgestaltung und eine eigenwillige Persönlichkeit. Eine Ausstellung im Museum Bellerive in Zürich widmet sich dem grossen belgischen Künstler.

Henry van de Velde in seinem Arbeitszimmer im Haus Hohe Pappeln in Weimar.
Henry van de Velde in seinem Arbeitszimmer im Haus Hohe Pappeln in Weimar.
Louis Held (VG Bildkunst, Bonn)

Die Besucher müssen sich die Augen gerieben haben, als sie das Wohnhaus Bloemenwerf in Uccle bei Brüssel sahen: Die Türe stand immer offen, keine Vorhänge versperrten den Blick – man konnte von aussen ins private Refugium hineinschauen. Eine Unerhörtheit im Jahr 1896. Zudem sah es einem englischen Landhaus ähnlicher als dem Familiensitz eines begüterten Belgiers. Aber es war nicht nur die provokativ einfache Formensprache des Hauses, die zu reden gab. Man erzählte sich so allerlei über diesen Flamen, den Apothekerssohn aus Antwerpen, der eigentlich Kunstmaler war und sich erdreistete, als autodidaktischer Architekt ein Haus zu bauen. Die fünf Kinder nicht getauft, antiautoritär erzogen, und die Familie ass mit den Dienstboten gemeinsam in der Küche.

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