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«Wo beginnt die Diktatur?»

Der neue Roman der Wahlschweizerin Sibylle Berg hält der Gegenwart den Spiegel vor.

«Einige Figuren in meinem Buch sind bösartig, andere müde, traurig, viele einfach überfordert. Also normal»: Sibylle Berg, 56. Foto: Katharina Lütscher

«Einige Figuren in meinem Buch sind bösartig, andere müde, traurig, viele einfach überfordert. Also normal»: Sibylle Berg, 56. Foto: Katharina Lütscher

Andreas Tobler@tobler_andreas

In Sibylle Bergs neuem Roman «GRM – Brainfuck» steht es nicht gut um die Welt: Die Reichen haben die Schlacht gegen die Armen fast gewonnen, es herrscht der totale Überwachungsstaat, die meisten Romanfiguren sind verblendet.

Warum so negativ, Frau Berg?
Wenn man die Schweiz verlässt, es sei denn, man lebt in einem Obdachlosenheim, einem Frauenhaus oder ist ohne Papiere, merkt man schnell, dass die Welt zwar nicht untergeht, sich die Lebensbedingungen für viele Menschen aber gerade verschlechtern, obwohl es im Moment keine Wirtschaftskrise gibt und der Reichtum einer 1-Prozent-Schicht in absurdem, geradezu obszönem Masse wächst. In vielen Städten Europas gibt es einen akuten Wohnraummangel oder Mieten, die kaum mehr bezahlbar sind, Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen, die Prämien der Krankenkassen steigen, und die Verunsicherung der Bevölkerungen wächst.

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