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Wer die USA verstehen will, muss sein Buch lesen

Bret Easton Ellis hat ein provokatives Buch über Amerikas neue Moralisten geschrieben. Ein Besuch beim bösen Jungen der US-Literatur.

Schreibt strikt nur über das, was er wirklich kennt: Bret Easton Ellis. Foto: Ryan Fluger («New York Times», Redux, Laif)

Schreibt strikt nur über das, was er wirklich kennt: Bret Easton Ellis. Foto: Ryan Fluger («New York Times», Redux, Laif)

«Genau so wie erwartet und auch ein bisschen langweilig», wird nachher der Schriftsteller Bret Easton Ellis hinter dem Schreibtisch hervorsagen und dabei so gelangweilt klingen, wie seine Leser das seit seinem Welterfolg mit der Serienkillersatire «American Psycho» erwarten dürfen. Und zwar werden diese Worte der Kritik gelten, die nun zur Veröffentlichung auf sein neues Buch einprasselt. Dabei ist womöglich noch nirgendwo sonst so anrührend beschrieben worden, was für ein kultureller Segen es war, vor der Erfindung der Helikopter-Eltern aufzuwachsen. Als auch Jugendliche im Kino den Themen Gewalt oder Sex aus­gesetzt sein konnten, so wie als erwachsene Menschen später ja auch. Als der «Playboy» aus dem Schrank von Daddy noch der erotischen Orientierung diente. Als Kritik an der Natur solchen Begehrens noch nicht als emanzipativ verstanden wurde, sondern als engherzig und grausam.

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