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Und das Geld fliesst doch noch

Das Originalmanuskript des Erstlingsromans «Murphy» des irischen Schriftstellers, der lange in bitterer Armut lebte, ist für umgerechnet 1,4 Millionen Franken ersteigert worden.

Erlaubt Einblicke in Becketts Geist: Eine Doppelseite aus dem Manuskript.
Erlaubt Einblicke in Becketts Geist: Eine Doppelseite aus dem Manuskript.
Keystone

Käufer im Londoner Auktionshaus Sotheby's war am Mittwoch die Universität von Reading. Die sechs Arbeitshefte, in denen sich auch viele Skizzen und Kritzeleien finden, wurden von Beckett im Zeitraum zwischen dem August 1935 und dem Juni 1936 in Dublin und London verfasst. Der Autor unterzog sich zum Zeitpunkt des Schreibprozesses einer Psychoanalyse, wie die «Irish Times» berichtet.

Laut eines Buchexperten des Auktionshauses sind die ersteigerten Notizen zweifellos das wichtigste Romanmanuskript eines modernen britischen oder irischen Autors der letzten Jahrzehnte, wie die «Irish Times» weiter berichtet.

«Unvergleichliches Bild»

Die vielen Nachbesserungen und Korrekturen erlauben einen tiefen Einblick in den Arbeitsprozess des Schriftstellers, der viele Jahre in bitterer Armut lebte. So gibt es allein acht Versionen des ersten Satzes: «The sun shone, having no alternative, on the nothing new.» («Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues.»)

Ein anderer Experte wird vom «Guardian» zitiert: «Das Manuskript gibt ein unvergleichliches Bild davon, wie der kreative Geist funktioniert, Ideen entwickelt, revidiert und kritzelt wenn er steckenbleibt – das ist ein wahnsinniges Privileg, wenn ein Geist wie Beckett dahintersteckt.»

SDA/lkra

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