Zum Hauptinhalt springen

«Und danach kam: Nichts»

Diese Woche erschien Paulo Coelhos neuster Roman «Aleph». Ein Gespräch mit Literaturprofessor Klaus Schäffauer über das belletristische Globalphänomen Coelho.

Betreiber eines wie geschmiert laufenden belletristischen Perpetuum mobiles: Autor Coelho. (Aufnahme vom 24. April 2007)
Betreiber eines wie geschmiert laufenden belletristischen Perpetuum mobiles: Autor Coelho. (Aufnahme vom 24. April 2007)
Keystone
Grossverdiener: Coelho reiht Bestseller an Bestseller. (Oktober 2009)
Grossverdiener: Coelho reiht Bestseller an Bestseller. (Oktober 2009)
Keystone
Während Russlandreise: Auch mit Wladimir Putin traf Coelho zusammen. (Juni 2006)
Während Russlandreise: Auch mit Wladimir Putin traf Coelho zusammen. (Juni 2006)
Keystone
1 / 8

Herr Schäffauer, Sie haben «Aleph» bereits im Original gelesen – wie war Ihr Eindruck? Nun, im Grossen und Ganzen bestätigte sich das vernichtende Urteil, das in Fachkreisen vorherrscht. Zwar gabs kleine Fortschritte, etwa machte er nicht mehr so grobe Fehler wie in seinem Frühwerk – in einem älteren Roman verwechselte er etwa die Wörter «Herzkammer» und «Bauchredner», die sich im Portugiesischen ähneln. Ansonsten gabs leider nicht viel Erfreuliches. Ich habe das Buch kopfschüttelnd gelesen, weil Coelho seinen esoterischen Duktus völlig ungebrochen fortsetzt. Coelho ist ironieresistent wie kaum jemand sonst, und Ironie wäre ja nun auch ein Zeichen von Intelligenz, Ausdruck eines reflektierenden Kunstverständnisses. Der Erzähler in «Aleph» redet zwar die ganze Zeit von Selbstfindung, aber das ist weder inhaltlich noch formal nachvollziehbar.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.