Ray Bradbury ist tot

Mit dem Roman «Fahrenheit 451» wurde der Science-Fiction-Autor weltberühmt. Nun ist Ray Bradbury im Alter von 91 Jahren gestorben.

Bekannter Science-Fiction-Autor: Ray Bradbury.

Bekannter Science-Fiction-Autor: Ray Bradbury.

(Bild: Keystone)

Ray Bradbury, Verfasser des düsteren Dramas «Fahrenheit 451», ist tot. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Autor starb nach Angaben seines Verlags am Dienstag nach langer Krankheit in Los Angeles. Er wurde 91 Jahre alt. Zu Bradburys grössten Erfolgen zählen «Die Mars-Chroniken» und die Erzählsammlung «Der illustrierte Mann». Unerreicht war aber «Fahrenheit 451». Der Roman von 1953 wurde 1966 von François Truffaut verfilmt, mit Oskar Werner und Julie Christie in den Hauptrollen.

Buch und Film wurden Klassiker, die ganze Generationen der Nachkriegszeit beeinflussten. In dem Buch erzählt Bradbury die Geschichte einer Diktatur, in der Bücher verboten sind. Die Feuerwehr spürt die noch übrigen Bücher auf und verbrennt sie. Allerdings bekommt der junge Feuerwehrmann Guy Montag Zweifel an seiner Arbeit, nachdem er in einigen heimlich mitgenommenen Büchern blätterte. Die Beziehung zu einer jungen Frau und traumatisierende Ereignisse während des Dienstes verstärken seine Skepsis.

Mehr als 100 Kurzgeschichten

Die Geschichte ist nicht nur eine scharfe Kritik an totalitären Diktaturen. Sie klagt vor allem Gleichgültigkeit und kritiklosen Medienkonsum an, der so etwas möglich mache. Der Titel bezieht sich auf die Temperatur: Bei Fahrenheit 451 oder umgerechnet 233 Grad Celsius entzündet sich Papier angeblich selbst.

Bradbury hatte nach Angaben seines Verlages hunderte Kurzgeschichten, fast 50 Bücher und zahlreiche Gedichte, Essays, Opern, Bühnen- und Fernsehstücke verfasst. Seine erste Kurzgeschichte veröffentlichte er mit 18 Jahren.

Für Drehbuch-Oscar nominiert

Er hatte eine Erwähnung des Pulitzer-Preiskomitees bekommen, den Fernsehpreis Emmy gewonnen und war für einen Oscar nominiert für sein Drehbuch des Melville-Klassikers «Moby Dick» von John Huston 1956.

Bradbury hatte schon als Kind Bücher verschlungen, etwa von Edgar Allan Poe, Jules Verne und am liebsten vom «Tarzan»-Autor Edgar Rice Burroughs. Schon immer von der Welt der Jahrmärkte und der Fantasy angezogen, schrieb er bald selbst Geschichten. Einen Universitätsabschluss machte er nie: «Die Bibliotheken haben mich erzogen. Ich glaube nicht an Hochschulen und Universitäten.»

Bradbury war ein Fan von Charles Addams, der die makabere «Addams Family» kreiert hatte. Er war auch ein bekennender Anhänger der «Peanuts» um Charlie Brown. Bradburys Frau Marguerite war 2003 nach 57 Jahren Ehe gestorben. Der Autor hatte vier Töchter und acht Enkel.

kpn/dapd

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt