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«Man merkte, wie nah sie ihren Figuren ist»

Slawist Thomas Grob kennt Swetlana Alexijewitsch, die neue Trägerin des Literaturnobelpreises, auch persönlich.

Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ist bekannt für ihre Dokumentationen über Tschernobyl, den Krieg der Sowjets in Afghanistan oder die Rolle der Frauen in der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs.
Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ist bekannt für ihre Dokumentationen über Tschernobyl, den Krieg der Sowjets in Afghanistan oder die Rolle der Frauen in der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs.
Wikimedia
Die weissrussische Schriftstellerin und Journalistin erhielt 2014 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Die weissrussische Schriftstellerin und Journalistin erhielt 2014 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
EPA/Arne Dedert, Keystone
Die Auszeichnung erhält sie für ihr «vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt», teilte die Schwedische Akademie mit.
Die Auszeichnung erhält sie für ihr «vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt», teilte die Schwedische Akademie mit.
EPA/Peter Endig
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Sie moderierten 2013 in Basel eine der raren Alexijewitsch-Lesungen. Welchen Eindruck hinterliess sie? Ihre Lesung war aussergewöhnlich intensiv. Man merkte, wie nah Alexijewitsch ihren Figuren ist, wie sehr sie sich noch immer mit ihren Schicksalen auseinandersetzt: mit den Weltkriegssoldatinnen, den Müttern sowjetischer Afghanistankrieger oder den Opfern von Tschernobyl. Man merkte, dass ihr die Katastrophentexte an die Substanz gehen, und hatte den Eindruck, dass es ihr wohl äusserst schwerfallen würde, häufiger aus ihnen zu lesen. Es ist daher sehr zu hoffen, dass sie mit dem Rummel, der nun auf sie einstürzt, fertig wird.

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