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Karl May und der Zechenmolch

Zufällig ist ein unbekannter Prosatext des Autors aufgetaucht, gab der Bamberger Karl-May-Verlag bekannt. Die Geschichte endet allerdings ausgerechnet an ihrem Höhepunkt.

Karl May (links) mit dem deutschen Bildhauer Sascha Schneider (1904).
Karl May (links) mit dem deutschen Bildhauer Sascha Schneider (1904).
Wikipedia

Karl May-Fans dürfte diese Nachricht freuen: 102 Jahre nach dem Tod des berühmten Abenteuerautors ist am Freitag ein bislang unbekannter Prosatext von ihm veröffentlicht worden.

Die Geschichte «Der verlorene Sohn» habe weit über 100 Jahre im Archiv geschlummert und sei vor kurzem eher zufällig entdeckt worden, sagte der Chef des Bamberger Karl-May-Verlags, Bernhard Schmid. «Das ist eine echte Sensation.»

Den Text habe Karl May vermutlich in der zweiten Hälfte der 1870er-Jahre geschrieben, er dürfe aber nicht mit Mays gleichnamigem späteren Kolportageroman verwechselt werden. Es handle sich um eine Dorfgeschichte, die im Erzgebirge spiele. Ein Bösewicht namens Zechenmolch streiche durch dunkle Wälder.

«Für immer unvollendet»

Die Geschichte kann im soeben neu erschienenen 90. und zugleich letzten Band der «Gesammelten Werke» Karl Mays nachgelesen werden. Allerdings gibt es einen grossen Wermutstropfen: Karl May hat den «Verlorenen Sohn» nicht zu Ende geschrieben - ausgerechnet am Höhepunkt enden die Zeilen.

«Die Handlung bleibt somit leider für immer unvollendet», bedauert Schmid. Sein Verlag wurde vor 100 Jahren Anfang Juli 1913 gegründet und konzentriert sich bis heute allein auf Karl May.

In der titelgebenden Kriminalgeschichte des 90. Bandes gibt es zudem ein Wiedersehen mit dem Wurzelsepp und anderen altbekannten Charakteren der Mayschen Fantasie. Ausserdem kommt der Leser in den Genuss zweier weiterer Krimis und dreier Humoresken.

SDA

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