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Karl – und wie er die Welt sieht

Karl Lagerfeld ist der Kreativste unter den Kreativen, der Schlagfertigste und Witzigste sowieso. Die besten «Karlismen» gibts jetzt in einem Buch.

«Ich erinnere mich an eine Designerin, die sagte, ihre Kleider würden nur von intelligenten Frauen getragen. Natürlich ging sie bankrott.»
«Ich erinnere mich an eine Designerin, die sagte, ihre Kleider würden nur von intelligenten Frauen getragen. Natürlich ging sie bankrott.»
Reuters
«Ich hasse es, wenn reiche Leute auf Kommunisten machen. Ich finde das obszön.»
«Ich hasse es, wenn reiche Leute auf Kommunisten machen. Ich finde das obszön.»
Keystone
«Meine Mutter sagte mir: ‹Du musst weg aus Hamburg. Hier kannst du höchstens Zeichnungslehrer werden – aber dafür nahm ich nicht neun Monate Schwangerschaft auf mich.›»
«Meine Mutter sagte mir: ‹Du musst weg aus Hamburg. Hier kannst du höchstens Zeichnungslehrer werden – aber dafür nahm ich nicht neun Monate Schwangerschaft auf mich.›»
Reuters
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Mode ist schlechte Mode, wenn der oder die Kreative sie erklären muss. Mode muss von sich aus überzeugen, sie sollte nie eine Gebrauchsanweisung brauchen, und schon gar nicht soll der Gedanke dahinter erläutert werden müssen, meist ist das sowieso uninteressant. Aber es gibt einen in dieser Branche, dem man gerne zuhört, egal, ob er über Mode spricht oder über die Welt an sich: Karl Lagerfeld.

Der Mann, der seit 1983 Kreativchef von Chanel ist, daneben noch Fendi und eine eigene Kollektion entwirft, der als Erster für H & M eine Gastkollektion designte, dieser Mann, der auch noch fotografiert und Bücher macht, der in diesem September 80 wurde und unermüdlich scheint, jünger im Geist als mancher früh vergreiste Mittdreissiger, dieser Mann hat was zu sagen. Weil er sich eine eigene Meinung leistet und die auch gerne kundtut.

Er ist nebst seiner offenbar nie versiegenden Kreativität ein recht eigentlicher Salonlöwe, kultiviert, witzig, schlagfertig, geistreich, selbstironisch und herrlich politisch inkorrekt, die Fernsehshows reissen sich um ihn, kaum ein anderer gibt solch vergnügliche Interviews, sie sind nicht selten ein Sperrfeuer von Bonmots. «Karlismen» nennen deshalb die Autoren des Buches mit seinen gesammelten Zitaten seine Lebenshaltung. Wobei das Besondere am Karlismus ja ist, dass dem berühmtesten Zopfträger der Welt aller Offenheit zum Trotz das Kunststück gelingt, ein Geheimnis zu bleiben. Ob er es ernst meint oder nicht, ist nie ganz klar. Wer der Mann hinter der Brille ist, weiss letztlich niemand.

«The World According to Karl», Flammarion, Paris, 2013, 172 S., ca. 45 Fr.

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