Fährt ein Berner nach Luzern

Ein Luzerner Verlag ist seit 20 Jahren die beste Adresse für Berner Literatur. Nun wird «Der gesunde Menschenversand» in einer Benefizveranstaltung gehuldigt.

Viele Berner Schriftsteller wenden sich an ihn: Matthias Burki, Mitgründer des Verlags «Der gesunde Menschenverstand» (Archivbild/Mischa Christen)

Viele Berner Schriftsteller wenden sich an ihn: Matthias Burki, Mitgründer des Verlags «Der gesunde Menschenverstand» (Archivbild/Mischa Christen)

Marina Bolzli@Zimlisberg

«Wenn ein Berner Autor ein Buch fertig geschrieben hat, dann fährt er damit erst einmal nach Luzern.» Das hat nicht irgendwer gesagt, sondern Beat Sterchi, seines Zeichens selbst Berner Autor mit einem fertigen Buch («Aber gibt es keins» erscheint im April). Auch er ist damit nach Luzern gefahren, zu Matthias Burki, Mitgründer von «Der gesunde Menschenversand». Auch er hat dort um Publikation gefragt. 20 Jahre gibt es den Verlag nun, seit 2009 gibt der Verlag die Edition Spoken Script heraus, Mundartliteratur, die eigentlich fürs laute Lesen geschrieben ist. Dazu gehört auch der Publikumsschlager «Der Goalie bin ig» von Pedro Lenz (35'000 verkaufte Exemplare).

Und wohl kein anderer Schweizer Verlag darf mit so viel Solidarität seiner Autorinnen und Autoren rechnen. Matto Kämpf hat 2016 mit anderen einen Förderverein gegründet. An regelmässigen Benefizveranstaltungen lesen die Schriftsteller gratis. Am 11. März findet der Superlativ dieser Veranstaltung statt. Im Berner Schlachthaus-Theater gibt es Livebeiträge von King Pepe, Stefanie Grob, Andres Lutz, Guy Krneta und Raphael Urweider, Adi Blum, Die Gebirgspoeten und Renato Kaiser zu hören. Dazu wird mit dem «allerlängsten Büchertisch der Verlagsgeschichte» geworben. Der Erlös soll dem Verlag zugutekommen.

Dieser hat im Moment sowieso Grund zum Jubeln: Eben ist ihm der Preis der Stiftung Landis & Gyr zugesprochen worden: 100'000 Franken. Mit «untrüglichem Gespür, klugem Instinkt, Hartnäckigkeit, Idealismus und Begeisterung für die Sache» habe Matthias Burki bereits Ende der 1990er-Jahre angefangen, die Spoken-Word-Szene in der Schweiz aufzuspüren, einzuführen und aufzubauen, begründet die Stiftung ihre Wahl.

Burki selbst ist noch ganz überwältigt vom Preissegen. Er weiss noch nicht genau, was er mit dem Geld machen will. «Auf jeden Fall wird es enorm helfen, vielleicht für speziell aufwendige oder zusätzliche Publikationen und einfach allgemein, weil es bei uns wie bei den meisten Verlagen doch immer eng ist», sagt er.

Jubiläumsveranstaltung: Sonntag, 11.3., 19 Uhr, Schlachthaus-Theater Bern.

Berner Zeitung

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