Eine Karte, die nicht sticht

Kristine Bilkau hat einen so raffinierten wie berührenden Roman über eine Liebe vorgelegt, die ein Leben lang dauert, obwohl sie sich nie erfüllt hat. Oder gerade deswegen.

Kristine Bilkau erfüllt die Erwartungen, die ihr Erstling geweckt hatte. Foto: AKG Images

Martin Ebel@tagesanzeiger

«Und wenn ich dich lieb habe, was geht’s dich an?» Mit diesem Satz, einem der berühmtesten der deutschen Literatur, antwortet Philine auf Wilhelm Meisters Verlangen, ihn in Ruhe zu lassen. Liebe, die ihre Erfüllung in sich selbst findet, die gewissermassen nur im Pfeil lebt, ohne ihr Ziel je zu erreichen: Das ist ein revolutionäres Konzept. Meist allerdings ein unfreiwillig ertragenes, weil der oder die Geliebte sich den Gefühlen und Forderungen des Liebenden schlicht verweigert. Im Normalfall begreift man das irgendwann, geht selbst auf Distanz zum unerwiderten Gefühl und wendet sich aussichtsreicheren Objekten zu.

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