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«Ein neuer Ton macht sich bemerkbar»

Martin Suters neuer Roman ist in den Läden. Das gibt Anlass zu einem Gespräch mit Literatur-Professor Alexander Honold über den Erzähler Suter, seine Produktivität und die Grenzen, an die der Zürcher nun stösst.

Verfasst Bestseller nach Bestseller: Autor Suter. (Aufnahme vom 6. Juli 2012)
Verfasst Bestseller nach Bestseller: Autor Suter. (Aufnahme vom 6. Juli 2012)
Keystone
Suter wurde bekannt mit seiner «Business Class»-Kolumne. (6. Juli 2012)
Suter wurde bekannt mit seiner «Business Class»-Kolumne. (6. Juli 2012)
Keystone
Einer der ersten Schweizer Literaten, die als Globetrotter die Welt bereisten: Hugo Loetscher. (15. Dezember 1994)
Einer der ersten Schweizer Literaten, die als Globetrotter die Welt bereisten: Hugo Loetscher. (15. Dezember 1994)
Keystone
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Martin Suter ist eindeutig der kommerziell erfolgreichste Schweizer Schriftsteller. Weshalb? Verkaufserfolge in dieser auch internationalen Dimension setzen sich aus komplexen Aspekten zusammen und sind letztlich nicht definitiv erklärbar. Es gibt keine klar umrissene Klientel mehr, es gibt kein Erfolgrezept. Was man sagen kann: Martin Suter hat es geschafft, einen lockeren, unterhaltsamen Ton zu kultivieren, der thematisch einen zeittypischen, teils auch prognostizierenden Charakter hat – Alzheimer in «Small World», halluzinogene Drogen in «Die dunkle Seite des Mondes», Lifestyle-Kulinarik in «Der Koch». Mit ein Grund für Suters Erfolg ist sicherlich, dass er diese Themen von innen erzählt, aus den Figuren heraus; der Leser hat Teil an deren Verwirrtheit. Aufdeckung, Ermittlung, Zusammensetzen der Puzzle-Steine – all das, was zum klassischen Krimi gehört, überträgt sich auf diese etwas verrückte Weltwahrnehmung der suterschen Figuren. Diese Kombination lässt die Sogwirkung, ja Suchtwirkung entstehen, die den Suter-Büchern eigen ist.

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