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Die Frauenfrage als Lackmustest für einen erneuerten Islam

Die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur zeigt mit der Beschreibung von sechs Exponenten, wie eine moderne Auslegung des Koran aussehen könnte.

Die deutsch-iranische Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur macht sich seit langen stark für einen modernen Islam. Er soll, gestützt auf den Koran, mit Gleichberechtigung, Demokratie, Menschenrechten und Meinungsäusserungsfreiheit vereinbar sein. In ihrem Buch «Den Islam neu denken» skizziert die Professorin für islamische Theologie an der Universität Hamburg die Geschichte des Reformislam und stellt Leben und Œuvre von sechs muslimischen Vordenkern vor, die den Koran ins Zentrum ihres Werkes stellen.

Einig sind sich die Reformer, dass jede Erneuerung des Islam beim Koran als Referenztext der islamischen Kultur ansetzen muss. Umgekehrt stimmen sie darin überein, dass die Rückständigkeit der islamischen Welt ihre Ursache in einem statischen und unflexiblen Koranverständnis hat. Alle plädieren sie für eine Demokratie, in der Staat und Religion getrennt sind. Unisono kämpfen sie gegen das Deutungsmonopol der islamistischen Rechtsgelehrten, in der Überzeugung, dass es nicht nur eine einzige gültige Koraninterpretation geben kann. Sie lesen den Koran nicht als Gesetzestext, sondern als spirituelle Verkündigung.

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