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Der Prügelknabe rechnet ab

Andreas Altmann schreibt normalerweise wunderbare Reisereportagen. Sein neues Buch nun erzählt detailgetreu und schonungslos von seiner Vergangenheit in Oberbayern. Es war eine «Scheissjugend».

Die bittere Realiät verpackt er in hübsche Worte: Der Autor Andreas Altmann
Die bittere Realiät verpackt er in hübsche Worte: Der Autor Andreas Altmann

«Nie war Sex imstande gewesen, sie (meine Mutter) zu begeistern, sie wegzutragen in einen Zustand seliger Benommenheit. Auch nicht neun Monate zuvor, als ihren Ehemann, meinen Vater, wieder einmal ein Bedürfnis überkam. Und er zufällig seine Frau neben sich fand. Sie liess es zu, in der wilden Hoffnung, eine Tochter zu gebären: endlich, nach drei Söhnen ein Wesen, das keine Insignien der Gewalt mit sich herumtrug. Jetzt kam ich, der insgesamt fünfte Schwanz in der Familie, jetzt war das Mass voll. Jetzt – und ich sollte erst viel später davon erfahren – verlor sie die Nerven. Kaum war sie allein mit mir im Wochenbett, drückte sie das Kopfkissen auf mich. Lieber töten, als noch einen auszuhalten, der zum Unglück der Welt beitrug. Gerettet hat mich die Hebamme, die rechtzeitig wieder das Krankenzimmer betrat. So kam ich davon.»

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