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Der Fremde in uns allen

«Der Fremde» ist ein Jahrhundertbuch. Für jeden Leser wird der Roman zu einem Teil seines eigenen Lebens. Albert Camus, der morgen vor hundert Jahren geboren wurde, schrieb ihn 1942.

Stefan Zweifel
1913 in Mondovi im heutigen Algerien geboren, lebte und arbeitete Albert Camus ab 1938 mehrheitlich in Frankreich - hier 1959 bei der Zeitungslektüre in Paris.
1913 in Mondovi im heutigen Algerien geboren, lebte und arbeitete Albert Camus ab 1938 mehrheitlich in Frankreich - hier 1959 bei der Zeitungslektüre in Paris.
AFP
Im Oktober 1957 erfährt der Schriftsteller in Paris, dass ihm für sein Lebenswerk der Literatur-Nobelpreis zugesprochen wurde.
Im Oktober 1957 erfährt der Schriftsteller in Paris, dass ihm für sein Lebenswerk der Literatur-Nobelpreis zugesprochen wurde.
AFP
Ragnard Kumlin (l.), der schwedische Botschafter in Frankreich, gratuliert dem soeben gekürten Nobelpreisträger Albert Camus am 17. Oktober 1957.
Ragnard Kumlin (l.), der schwedische Botschafter in Frankreich, gratuliert dem soeben gekürten Nobelpreisträger Albert Camus am 17. Oktober 1957.
AFP
Camus und die damals 57-jährige französische Bühnen- und Filmschauspielerin Madeleine Renaud auf einer Aufnahme von 1957.
Camus und die damals 57-jährige französische Bühnen- und Filmschauspielerin Madeleine Renaud auf einer Aufnahme von 1957.
Keystone
Camus, hier auf einer undatierten Aufnahme, zählte sich selbst nicht zu den Vertretern des Existentialismus. Insbesondere seine frühen Werke stehen dieser philosophischen Strömung jedoch sehr nahe.
Camus, hier auf einer undatierten Aufnahme, zählte sich selbst nicht zu den Vertretern des Existentialismus. Insbesondere seine frühen Werke stehen dieser philosophischen Strömung jedoch sehr nahe.
Keystone
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Als hätten sich die Menschen von der Sonne losgerissen, so taumeln sie bei Albert Camus als einsame Planeten durch die Weite des Weltalls, wo ihnen nichts mehr Halt bietet, weder Gott noch Vernunft, weder Beruf noch Heirat. So aber sass auch Camus selbst, in einsamer Schönheit erstarrt, am Cafétisch vor dem Deux-Magots in Paris, umgurrt nur von den grässlichen Tauben mit ihrem ewigen Grau, etwas Schutz vor der kalten Einsamkeit im zerknitterten Regenmantel suchend, aber doch verloren im sinnentleerten Raum des Absurden; nur die Zigarette im Mund bot ihm flüchtigen Halt und eine zarte Glut.

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