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Das Ohr an der Strasse

Swetlana Alexijewitschs Werk ist eine gross angelegte Alltagsgeschichte des Sowjetmenschen und eine Gegengeschichte zur Putin-Propaganda.

Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ist bekannt für ihre Dokumentationen über Tschernobyl, den Krieg der Sowjets in Afghanistan oder die Rolle der Frauen in der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs.
Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ist bekannt für ihre Dokumentationen über Tschernobyl, den Krieg der Sowjets in Afghanistan oder die Rolle der Frauen in der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs.
Wikimedia
Die weissrussische Schriftstellerin und Journalistin erhielt 2014 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Die weissrussische Schriftstellerin und Journalistin erhielt 2014 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
EPA/Arne Dedert, Keystone
Die Auszeichnung erhält sie für ihr «vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt», teilte die Schwedische Akademie mit.
Die Auszeichnung erhält sie für ihr «vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt», teilte die Schwedische Akademie mit.
EPA/Peter Endig
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Schon 2013 war sich ihre deutsche Verlegerin bombensicher, dass Swetlana Alexijewitsch nach dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gleich auch den Literaturnobelpreis erhalten würde. Es hat dann noch zwei Jahre gedauert, und am Schluss ging die jetzt Gekürte gar als Favoritin ins Rennen. Es ist eine hervorragende Entscheidung, die wohl nur beim offiziellen Russland auf Indignation stossen wird – und bei jenem, gottlob kleiner werdenden Teil des Publikums, der seine Literatur gern «rein» hat. Und fragt: Ist Swetlana Alexijewitsch nicht eigentlich eine Journalistin? Ja, das ist sie, von der Ausbildung her – 1948 in der Ukraine geboren, hat sie in Minsk Journalismus studiert und für verschiedene Zeitungen gearbeitet – und auch, wenn man ihre Arbeitsweise nimmt: Sie beobachtet, sie recherchiert, sie hört zu.

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