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Das Dilemma des «Seelendiebstahls»

Der österreichische Autor Thomas Brunnsteiner hat dem Berner Urs Mannhart Plagiatsvorwürfe gemacht. Der Fall wird vor Gericht verhandelt. Ein Gespräch mit dem Plagiatsexperten Philipp Theisohn.

Ist ein hohes Risiko eingegangen: Der Autor Urs Mannhart.
Ist ein hohes Risiko eingegangen: Der Autor Urs Mannhart.
Beat Schweizer

Herr Theisohn, wie ist Ihre Einschätzung: Hat Urs Mannhart in seinem Roman «Bergsteigen im Flachland» plagiiert?Philipp Theisohn: Das Plagiat ist kein Rechtsbegriff. Es ist ein höchst subjektiver Begriff, der eine bestimmte Wahrnehmung ausdrückt: Die Seele meines Textes – meine Seele – ist von einem anderen Text gestohlen worden. Plagiat unterstellt also eine Absicht, die man nicht beweisen kann. Mannhart ist unvorsichtig gewesen im Umgang mit anderen Texten. Er ist ein hohes Risiko eingegangen. Wie hoch das Risiko war, wird sich an den Prozesskosten ablesen lassen.

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