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«Blumen sind gut»

Ziemlich opulentes Bouquet: Leonardo DiCaprio in «The Great Gatsby».

Herr von Schönburg, in Ihrem neuen Buch «Die Kunst des lässigen Anstands» plädieren Sie für altmodische Tugenden wie Bescheidenheit und Höflichkeit. Trauern Sie als Adliger den alten Zeiten nach?

... muss sie das? Ist es nicht gut, dass die starren Gesellschaftsstrukturen von früher aufgebrochen wurden?

Dieser konservative Rückschritt, die Sehnsucht nach einer einfachen, übersichtlichen Welt ist eine bedenkliche Entwicklung, die in vielen Ländern den Populisten Auftrieb gibt.

Wenn Sie im Buch Tinder oder unverbindlichen Sex kritisieren, wirken Sie kulturpessimistisch.

Viele der Tugenden, die Sie in Ihrem Buch propagieren, etwa Bescheidenheit, Zucht, Fleiss, haben damit zu tun, dass man sich beherrscht. Brauchen wir wirklich noch mehr Disziplin in unserer Selbstoptimierungsgesellschaft?

Sie mögen den italienischen Begriff «sprezzatura», also die Fähigkeit, gut auszusehen, höflich zu sein, ohne dass es nach Anstrengung aussieht.

Welches ist die wichtigste Tugend?

Jetzt mal konkret: Soll ein Mann einer Frau die Türe aufhalten?

Darf ich andere Menschen belehren, die keinen Anstand haben? Etwa wenn sie Abfall auf der Strasse liegenlassen?

Soll man noch Alkohol trinken und rauchen?

Welches ist das perfekte Geschenk?

Ist es in Ordnung, mit leeren Händen bei der Einladung zum Abendessen auftauchen?