Berner «Dorfbewohner» im Porträt

In «Bern, Porträt einer Stadt» werden 35 bekannte und weniger bekannte Bernerinnen und Berner porträtiert. Geschrieben hat das Buch BZ-Redaktorin Sandra Rutschi, die Bilder stammen von BZ-Cheffotograf Andreas Blatter.

Hoch oben über Bern: Münster-Turmwartin Marie-Therese Lauper wurde porträtiert.

Hoch oben über Bern: Münster-Turmwartin Marie-Therese Lauper wurde porträtiert. Bild: Andreas Blatter

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Wussten Sie, dass Ur-Bronco Jimy Hofer in jungen Jahren Hochspringer war? Oder war Ihnen bekannt, dass Patent-Ochsner-Sänger Büne Huber als Teenager befürchtete, als Brandstifter verdächtigt zu werden? Diese zwei Anekdoten sind nur zwei von vielen im neuen Buch «Bern, Porträt einer Stadt», das kürzlich erschienen ist. Darin werden 35 Bernerinnen und Berner porträtiert – nebst prominenten Persönlichkeiten kommen auch weniger bekannte Menschen zu Wort. Geschrieben hat das 185-seitige Buch BZ-Redaktorin Sandra Rutschi. Ihr zur Seite gestanden ist für die Bilder BZ-Cheffotograf Andreas Blatter.

Auch Bär Finn wird porträtiert

Erschienen ist das Buch im Gmeiner-Verlag, der Rutschi und Blatter freie Hand bei der Wahl der Porträtierten gab. Diese gewähren im Buch zuweilen tiefe Einblicke. Büne Huber etwa spricht offen über seine kreative Krise, die ihn 2010 und 2011 geplagt hat. Und er erzählt von seiner Jugend. Als 14-Jähriger habe er mit seiner Clique verbotenerweise im damals leeren Schloss Bümpliz gespielt. Die Jugendlichen wurden entdeckt, konnten aber davonschleichen. Am Abend brannte das Schloss. «Wie hätten wir unsere Unschuld beweisen können?», fragt Huber. Zu seinem Glück stellte sich Tage später der Brandstifter.

Die Porträts sind unterschiedlich gross. Einzelne sind mehrere Seiten lang, andere nur kurz, etwa die Porträts zu Mani Matter oder Albert Einstein. Kein Wunder. Mit diesen Personen konnte die Autorin nicht sprechen. Bei diesen Porträts halfen Experten oder Bücher. Und beim Berner Bären Finn gab Cornelia Mainini vom Bärenpark Auskunft.

Bern ist ein Dorf

Ob in Interviewform, ob in der Ichform oder als «nüchterner» Artikel mit Zitaten verfasst: Lesenswert sind alle Porträts. Besonders aufgefallen sind jene mit Stapi Alexander Tschäppät (geht er nach seiner Amtszeit in den Tourismus?), mit Landwirt Martin Begert (ja, in Bern gibt es Bauern) oder mit der Münsterturmwartin Marie-Therese Lauper. Interessante Einblicke gibt Philippe Cornu vom Gurtenfestival. Er vergleicht das Festival mit einer grossen Kita – bezogen auf die Betreuung der Stars, die auf dem Berner Hausberg auftreten. Und Cornu spricht unter anderem von Büne Huber, der weiter vorne im Buch porträtiert wird, und von Jimy Hofer, der ebenfalls darin vorkommt und der selber wiederum von Philippe Cornu erzählt. So sind die Porträts in Sandra Rutschis Buch zum Teil miteinander verwoben. Bern ist eben ein Dorf, in dem man einander kennt.

Aus dem Leben eines Rockers

Welche Begegnung bleibt Sandra Rutschi am besten in Erinnerung? «Alle Porträts haben Spass gemacht und waren kleine Höhepunkte», sagt die Autorin. Die Porträts hätten eine andere Herangehensweise als im tagesaktuellen Journalismus verlangt. «Die tägliche Arbeit ist kurzfristig, dieses Buch ist etwas, das bleibt», sagt sie. Eine Begegnung hebt Sandra Rutschi dann doch noch hervor. Jene mit Ur-Bronco Jimy Hofer. Er erzählt nicht nur, dass er als Teenager Hochspringer war, sondern überrascht mit sehr persönlichen Aussagen zur Beziehung zu seinem mittlerweile verstorbenen Vater.

«Bern, Porträt einer Stadt»: Mit der Espacecard kostet das Buch Fr. 11.90 statt Fr. 21.90. Bestellen: Über die Hotline 0800 551 800 (Gratisnummer) oder online auf www.bernerzeitung.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.10.2015, 11:55 Uhr

Autorin Sandra Rutschi und Fotograf Andreas Blatter.

«Bern, Porträt einer Stadt» von Sandra Rutschi und Andreas Blatter.

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