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Affe sapiens

Die interessantesten Forschungen entstehen an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Dort arbeitet der US-Anthropologe Michael Tomasello an seiner «Naturgeschichte des Denkens».

Die Unterschiede sind kleiner, als wir denken: Ein englisches Mädchen spielt im Londoner Zoo Schach mit dem Schimpansen Fifi (13. Oktober 1955). Foto: William Vanderson (Getty Images)
Die Unterschiede sind kleiner, als wir denken: Ein englisches Mädchen spielt im Londoner Zoo Schach mit dem Schimpansen Fifi (13. Oktober 1955). Foto: William Vanderson (Getty Images)

Die Zeiten, als die Fähigkeit zum Denken nur dem Menschen zugeschrieben wurde, gehören der Vergangenheit an. «Aristoteles und Descartes konnten ohne weiteres solche Dinge postulieren wie ‹Nur Menschen haben Vernunft› oder ‹Nur Menschen haben einen freien Willen›, weil sie Menschen mit Vögeln, Ratten, verschiedenen Haustieren und gelegentlich mit Füchsen oder Wölfen verglichen.» Dabei waren dies, so gibt der in Deutschland forschende amerikanische Anthropologe Michael Tomasello zu bedenken, nicht die richtigen Vergleiche. «Im 19. Jahrhundert kamen nichtmenschliche Primaten, darunter auch Menschenaffen, aufgrund der jüngst entstandenen zoologischen Gärten nach Europa. Darwin selbst verschlug es die Sprache, als er 1838 im Londoner Zoo ­einem Orang-Utan-Weibchen namens Jenny gegenüberstand.» Als «widerlich menschlich» bezeichnete es die englische Königin Viktoria.

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