Roman über Hitlers Liebesleben

Der österreichische Autor Uwe Bolius hat ein Buch über das Verhältnis von Adolf Hitler mit dessen Halbnichte Geli Raubal geschrieben. Sein Werk präsentierte er in Hitlers Münchner Wohnung.

Geli Raubal hatte sich 1931 im Alter von 23 Jahren in Hitlers Wohnung in München erschossen. Den Roman «Hitler von innen» stellten Bolius und der Limbus-Verlag am Dienstag direkt in Hitlers damaliger Wohnung am Münchner Prinzregentenplatz vor. In dem prächtigen Jugendstilbau ist seit vielen Jahren eine Polizeistation untergebracht, auch um zu verhindern, dass Neonazis das Haus als Wallfahrtsort missbrauchen.

Hitlers Kultstätte

Die fröhliche, lebenslustige Nichte zog mit 17 Jahren mit ihrer Mutter zu «Onkel Alf» zunächst nach Berchtesgaden. Nach dem Freitod der geliebten Nichte machte Hitler den Raum in der Wohnung am Prinzregentenplatz, in dem sie gestorben war, zu einer Kultstätte und stellte dort eine Büste auf. Jahr für Jahr schloss er sich an ihrem Todestag dort stundenlang ein, schrieb Fest.

«Schwul, schizophren und verliebt» – so schildere er Hitler in dem Roman, sagte Bolius. «Sein böser Charakter ist noch nie erzählt worden.» Bisher gebe es nur eine Handvoll Werke, die eine literarische Auseinandersetzung mit Hitler suchten. Zuletzt hatte der US-Schriftsteller Norman Mailer einen Roman über Hitlers Vater geschrieben, in dem auch Adolf Hitler in seiner Kindheit dargestellt wird. In Bolius' Werk tritt neben der fiktionalen Darstellung der Beziehung zwischen Hitler und Raubal immer wieder der Autor hervor und reflektiert die Figuren. Bolius' Roman wird auch bei der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

phz/sda

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