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Barry: ein Hundeleben ins rechte Licht gerückt

«Barry - der legendäre Bernhardinerhund»: So heisst eine neue Dauerausstellung im Naturhistorischen Museum Bern, die dem wohl berühmtesten Rettungshund der Welt gewidmet ist. 1814, also vor 200 Jahren, starb Barry in Bern.

Dora Strahm tritt bei der Barry-Ausstellung erstmals als Kuratorin auf.
Dora Strahm tritt bei der Barry-Ausstellung erstmals als Kuratorin auf.
Beat Mathys
Die neue Barry-Ausstellung wird am Freitag, 13. Juni offiziell eröffnet. Schon heute machen Familien die Hälfte der Besucher aus. Für sie sei die Schau wie geschaffen.
Die neue Barry-Ausstellung wird am Freitag, 13. Juni offiziell eröffnet. Schon heute machen Familien die Hälfte der Besucher aus. Für sie sei die Schau wie geschaffen.
zvg/Lisa Schäublin
Der Bernhardinerhund Barry ist ein von Legenden und Mythen umranktes Tier - diese will das Museum mit der Ausstellung zurechtrücken.
Der Bernhardinerhund Barry ist ein von Legenden und Mythen umranktes Tier - diese will das Museum mit der Ausstellung zurechtrücken.
zvg
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Statt den Besuchern den 1814 ausgestopften Original-Barry wie bisher nur in einer Vitrine beim Eingang zu zeigen, stellt das Museum den Bernhardinerhund nun ins Zentrum einer neuen Dauerausstellung. Am Freitag wird die Schau mit dem Titel «Barry - Der legendäre Bernhardinerhund» auf 160 Quadratmetern Fläche eröffnet.

Museumsdirektor Christoph Beer sagte bei der Präsentation der Schau am Mittwoch vor den Medien im Museum, die Ausstellung habe das Potenzial, für internationale Touristen zu einer Sehenswürdigkeit zu werden. Doch auch für die grösste Besuchergruppe des Museums, die Familien, sei die Schau wie geschaffen. Denn sie spreche das Herz der Menschen an.

«Barry - Der legendäre Bernhardinerhund» passe auch zur Weiterentwicklung von der eher akademischen Institution zur Kulturinstitution und zur Erlebnisvermittlerin, welche das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern (NHB) anstrebe.

Passend zu den internationalen Ambitionen, welche das NHB mit der Barry-Schau hegt, sind die Schautafeln auf Deutsch und Englisch beschriftet.

Legenden werden gezeigt - und korrigiert

Laut dem NHB ist der Bernhardinerhund Barry ein von Legenden und Mythen umranktes Tier. Die Ausstellungsgestalter haben sich nun entschieden, diese Legenden zu zeigen, sie gleichzeitig aber auch - so gut wie es die raren schriftlichen Quellen zulassen - zurecht zu rücken.

Die Legende besagt beispielsweise, dass Bernhardinerhunde in der rauen Bergwelt des Grossen St. Bernhard-Passes unzählige Reisende vor dem sicheren Tod retteten. Eine Schautafel zeigt eine solche Rettungszene mit dem Hund und seinem legendären Schnapsfässchen um den Hals.

Unmittelbar daneben steht aber auf einer Informationstafel, dass die Bernhardinerhunde nie Schnapsfläschchen um den Hals trugen. Diese Fässchen hätten sich dennoch zu einem Markenzeichen entwickelt und stellten eine «Erfolgsgeschichte frühen Marketings» dar, heisst es in der Ausstellungsbroschüre.

Die Bernhardinerhunde respektive ihre Führer - Diener des Augustiner-Chorherren auf dem Pass - retteten aber während 200 Jahren tatsächlich über 2000 Menschen. Barry muss auch ein besonders tüchtiger und aussergewöhnlicher Rettungshund gewesen sein: Er soll über 40 Personen das Leben gerettet haben.

Lediglich Legende ist aber, dass er ums Leben kam, weil ihn ein napoleonischer Soldat für einen Wolf hielt und erstach. Vielmehr brachte ihn einer der Diener der Augustiner-Chorherren 1812 nach Bern, wo er 1814 an Altersschwäche starb.

Auch ein Stück Hundegeschichte

Die Ausstellung stellt die damalige Bergrettung auch in einen Zusammenhang mit heutiger Bergrettung, bringt Besuchern das Hospiz und die Chorherren näher und erzählt ein Stück Hundegeschichte.

Unter Bernhardiner-Hunden verstand man nämlich ursprünglich einfach nur Hunde vom Pass des Grossen St. Bernhards. Das waren Strassenmischungen. Auf Äusserlichkeiten legten die Chorherren keinen Wert.

Erst nach dem legendären Wirken von Barry und Konsorten setzten Züchter immer mehr auf grosse, kräftige Bauernhunde mit rot-weisser Fellzeichnung in der Art der heutigen Bernhardiner. Dementsprechend passte das NHB 1923 auch den Original-Barry an: Sein Kopf wurde grösser gemacht und seine Läufe wurden verlängert.

Das ist gut sichtbar am Original-Schädel Barrys, der neben dem ausgestopften Barry in einer eigenen Vitrine zu sehen ist. Und das ist auch sichtbar an der sogenannten Liegeschwiele am rechten vorderen Bein von Barry.

Diese Stelle - sie entspricht dem menschlichen Ellbogen - ist aus anatomischer Sicht viel zu weit oben, wie Marc Nussbaumer, Zoologe und Barry-Experte, am Mittwoch vor Ort erklärte.

SDA/cla

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