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Meisterin des heimeligen Horrors

Drei Tote, zwei Erpresser und eine aussereheliche Affäre: Rechtzeitig zu ihrem 75.Geburtstag morgen Mittwoch legt Ingrid Noll einen neuen Roman vor. Ein Gespräch.

Beschreibt menschliche Abgründe mit schwarzem Humor: Schriftstellerin Ingrid Noll im Garten ihres Hauses in Weinheim (Baden-Württemberg). Am Mittwoch feiert sie ihren 75. Geburtstag.
Beschreibt menschliche Abgründe mit schwarzem Humor: Schriftstellerin Ingrid Noll im Garten ihres Hauses in Weinheim (Baden-Württemberg). Am Mittwoch feiert sie ihren 75. Geburtstag.
Keystone

Wäre sie Malerin und würde die Welt mit Pinsel und Farbe fixieren, sie hätte keinen neuen Kriminalroman, sondern ein surrealistisches Gemälde erstellt, sagt Ingrid Noll. «Eine äusserlich heile Welt: Eine Familie sitzt beim Essen und plaudert. Unter dem Tisch, von einem blütenweissen Tafeltuch fast verborgen, entdeckt man ein ekliges Stillleben auf dem gemusterten Perser. Hier sammelt sich Unrat an: eine halb tote Made, schmierige Servietten, abgenagte Knochen, zerrissene Kontoauszüge, zerknüllte Liebesbriefe und schmutzige Wäsche.» Nun ist Ingrid Noll allerdings Schriftstellerin – von dem Typ Damen, die im Alter spitzbübisch werden –, und so ist ihr wieder einmal eine hinterhältige Geschichte zwischen Familiendrama und kriminalistischer Causa aus der Feder geflossen.

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