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Berner Zweikampf beim Schweizer Filmpreis

Berner Themen, so stark wie nie: «Eine wen iig, dr Dällebach Kari» und «Der Verdingbub» holten je sechs Nominationen zum Schweizer Filmpreis. Der neue Kulturminister Alain Berset beschwor in seiner Ansprache die «Welt in der Schweiz».

Stabile Schweiz, aufregende Schweiz? Der neue Bundesrat Alain Berset machte gestern der Filmbranche seine Aufwartung.
Stabile Schweiz, aufregende Schweiz? Der neue Bundesrat Alain Berset machte gestern der Filmbranche seine Aufwartung.
Keystone

«Vielleicht waren wir alle überzeugt, dass ein so stabiles Land wie die Schweiz nicht gleichzeitig auch noch ein aufregendes Land sein kann.» Hoppla. Wollte Bundesrat Alain Berset (SP) der versammelten Branche an den Filmtagen in Solothurn bei seinem ersten Auftritt gleich die Leviten lesen?

Gemach. In dieser Schweiz stecke sehr viel Welt, gab sich der neue Kulturminister versöhnlich. Die Grabenkämpfe in der Schweizer Filmbranche seien fürs Erste vorbei.

Dafür spricht auch die gemässigte Auswahl der nominierten Filme: Dass Xavier Kollers «Eine wen iig, dr Dällebach Kari» gleich die Rekordzahl von sechs Nominationen einheimsen würde, hätten wohl nicht viele erwartet. Tatsächlich konnte das Werk über das Berner Stadtoriginal Geldsummen als bester Film, für die beste Kamera, beste Musik und sämtliche Darsteller einheimsen.

Erdrückende Dominanz

«Dällebachs» härtester Konkurrent bei der Ausmarchung zum Quartz 2012 ist «Der Verdingbub» des Berners Markus Imboden mit ebenfalls sechs Nominationen. Damit nicht genug: Geradezu erdrückend ist die Dominanz des Berner Filmschaffens in der Kategorie Hauptdarsteller: Mit Nils Althaus («Eine wen iig, dr Dällebach Kari»), Max Hubacher («Der Verdingbub») und Saladin Dellers («Silberwald») sind in dieser Kategorie ausschliesslich Berner Schauspieler nominiert.

Dass beim Quartz 2012 die Filme von Xavier Koller und Markus Imboden das Rennen unter sich ausmachen, ist die eine Überraschung. Die andere ist, dass die traditionell starke Romandie, welche in den vergangenen drei Jahren mit «La petite chambre», «Cœur animal» und «Home» jeweils den Sieger stellte, nur am Rande vertreten ist – der Locarno-Sieger «Abrir puertas y ventanas» von Milagros Mumenthaler holte nur eine Nomination als bester Spielfilm.

Verleihung am 17.März

Bei den Dokumentarfilmen kommt es nicht zum Duell, sondern zum Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch hier ist ein Berner Film vertreten: Der bereits mit dem Berner Filmpreis ausgezeichnete «Messies» von Ulrich Grossenbacher tritt gegen Vol spécial» (Fernand Melgar), «Day Is Done» (Thomas Imbach), «Balkan Melodie» (Stefan Schwietert) und «The Substance» (Martin Witz) an. Die Filmpreisverleihung findet am 17.März statt – zum letzten Mal im KKL Luzern. Wo die Feier danach stattfindet, ist noch offen.

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