Produzenten von «Max & Co» Konkurs

Nach dem Flop des Animationsfilms «Max & Co» sind die beiden Produktionsfirmen Konkurs. Ein unrühmliches Ende für den teuersten Schweizer Film aller Zeiten.

Ihre Zuversicht nützte den Produzenten nichts: Die Figuren aus Max & Co.

Ihre Zuversicht nützte den Produzenten nichts: Die Figuren aus Max & Co.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Weder die Autoren noch die Produzenten wollten Stellung nehmen. Nicolas Bideau, Direktor der Abteilung «Film» beim Bund, will sie nächste Woche treffen.

«Wir müssen den Gründen für den Konkurs auf den Grund gehen sowie den Konsequenzen für die Beziehungen mit dem Bundesamt für Kultur (BAK)», sagte Bideau dem Westschweizer Fernsehen am Mittwoch. Es werde Monate dauern herauszufinden, was tatsächlich geschehen sei. Das BAK hat 1,5 Millionen Franken der insgesamt 30 Millionen Franken Budget beigesteuert.

Bideau im März noch gelassen

Nicolas Bideau bestätigte damit einen Bericht der Freiburger Tageszeitung «La Liberté». Die Zeitung erhielt nach eigenen Angaben anonym einen Brief, datiert vom 30. Juli und von den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaften MAX-LeFilm Sàrl und Cinémagination SA an die Gläubiger adressiert. Der Brief informiert sie darüber, dass die beiden Firmen ihre Bilanz deponieren.

Im vergangenen März blieb Bideau angesichts des Flops von «Max & Co», realisiert von den Freiburger Gebrüdern Guillaume, noch gelassen. Das passiere in Hollywood neun von zehn Blockbustern, hatte er gesagt.

30 Millionen Franken teuer

Das Bundesamt für Kultur habe seine 1,5 Millionen gut angelegt, war sich Bideau sicher. «Mit all der Publizität über den sogenannten Flop wird der Film auf über 30'000 Zuschauer kommen».

Mit 30 Millionen Franken ist «Max & Co» die bisher teuerste Schweizer Produktion aller Zeiten. Trotz der hohen Anzahl von 63 Kopien - gleichviel wie einst die echten Blockbuster «Grounding» und «Mein Name ist Eugen» - erreichte der am 13. Februar gestartete Film in zwei Wochen nur etwa 16'000 Zuschauer, drei Viertel davon in der Romandie. Seine Produzenten rechneten mit 110'000.

Da er während den ersten beiden Wochen nicht richtig anlief, wurde der Film nach und nach ins Nachmittagsprogramm verschoben oder ganz aus den Kinoprogrammen genommen. «Der Verlust ist enorm, aber ich kann ihn noch nicht beziffern», sagte Produzent Robert Boner Ende Februar.

Technisch gut gemacht

Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis am Internationalen Animationsfilmfestival in Annecy muss die Co-Produktion, an der sich auch Grossbritannien, Belgien und Frankreich beteiligten, technisch den Vergleich mit der weltweiten Elite des Animationsfilms sowie anderen Produktionen von Disney nicht scheuen.

Während 38 Wochen wurde der Film im freiburgischen Romont gedreht. Bis zu 130 Mitarbeiter halfen mit. Am Ende war der Spielfilm der beiden Freiburger die Frucht aus fünf Jahren Arbeit. 25 Millionen der 30 Millionen Franken Budget kamen aus privaten Quellen, 5 Millionen vom Bund.

Antikapitalistische Fabel

«Max & Co» ist zugleich eine antikapitalistische ökologische Fabel, ein Aktionsfilm und eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Auf der Suche nach seinem Vater kommt der junge Fuchs Max in ein Dorf, das von einem Fabrikanten terrorisiert wird.

Dieser entfesselt eine künstliche Fliegenplage, um den Absatz der von ihm produzierten Fliegenklatschen zu fördern. Schauplatz ist Saint-Hilare, das an Freiburg, Romont FR, die Region um Bulle FR und ein bisschen an Lissabon erinnert. (rb/sda)

Erstellt: 14.08.2008, 08:43 Uhr

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Blogs

Geldblog So werden Sie im Alter zum Lebenskünstler

Mamablog Gewalt entsteht aus Überforderung

Die Welt in Bildern

Ungewisse Zukunft: Ein Indischer Fischer wartet in einem Gefängnis in Karachi, Pakistan auf seine Bestrafung. Er wurde gemeinsam mit elf weiteren Männern von der Marine aufgegriffen, als sie versehentlich in pakistanischem Hoheitsgebiet unterwegs waren. Indien und Pakistan nehmen regelmässig Fischer des jeweils anderen Landes fest, da die Territorien im Meer nicht klar abgegrenzt sind. (18. November 2018)
(Bild: SHAHZAIB AKBER) Mehr...