Zum Hauptinhalt springen

Nach Formel-E-Debakel in BernKeine Hilfe für geprellte Gewerbler von der Stadt

Auf Anfrage eines Stadtrates weist der Berner Gemeinderat jegliche Mitverantwortung für den Bankrott der E-Prix-Organisatorin zurück.

Der Gemeinderat habe sich zwar für ein Formel-E-Rennen in Bern eingesetzt, doch müsse jeder Gewerbebetrieb sein Geschäft selbst verantworten.
Der Gemeinderat habe sich zwar für ein Formel-E-Rennen in Bern eingesetzt, doch müsse jeder Gewerbebetrieb sein Geschäft selbst verantworten.
Foto: Christian Pfander

Der Berner Gemeinderat will den Gläubigern des Formel-E-Rennens nicht zu Hilfe eilen. Die geprellten Gewerbler müssten die Konsequenzen aus ihren Geschäften selber tragen, schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage.

Stadtrat Luzius Theiler (GaP) wollte wissen, ob die Stadt Bern den Scherbenhaufen nach dem Konkurs der E-Prix-Veranstalter kitten helfe. Schliesslich sässen Handwerker und Zulieferer auf Rechnungen vermutlich in Millionenhöhe – und es sei der Gemeinderat gewesen, der das Rennen nach Bern geholt habe.

«Freie Marktwirtschaft»

Er sei bloss Bewilligungsbehörde gewesen, entgegnet der Gemeinderat in seiner am Donnerstag publizierten Antwort. In der freien Marktwirtschaft müsse jeder selber entscheiden, mit wem er geschäften wolle. Ob die Forderungen der Gewerbler teilweise noch befriedigt würden, werde im Konkursverfahren entschieden.

Die Stadt Bern selber hält sich schadlos, wie der Gemeinderat betont. Die beiden Bankgarantien seien mittlerweile in der Höhe von insgesamt 851'405 Franken und 10 Rappen eingelöst worden. Die Bankgarantien waren laut Gemeinderat für Gebühren und für Dienstleistungen der Stadt und des Kantons Bern ausgestellt.

Eine Mitverantwortung für das Formel-E-Debakel weist der Gemeinderat zurück. Der Scherbenhaufen sei durch den Konkurs der Veranstalters verursacht worden, betont er. Für die Stadtregierung sei aber klar, dass ein Formel-E-Rennen mit diesem Veranstalter in Bern kein Thema mehr sei.

Inzwischen liquidiert

Das Rennen fand im Juni 2019 statt. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Organisatoren die Rechnungen vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region nicht gezahlt hatten. Anfang 2020 wurde die Swiss E-Prix Operations AG liquidiert.

Die führenden Köpfe haben aber umgehend eine neue Firma namens Swiss E-Prix GmbH gegründet. Diese verfolgt das Ziel weiterer Formel-E-Rennen in der Schweiz, an denen sich aber die öffentliche Hand stärker beteiligen sollte. Bislang gab es zwei Formel-E-Rennen in der Schweiz: 2018 in Zürich und 2019 in Bern.

(SDA / mb)