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Nein im Grossen RatKein Bonus aus der Staatskasse für systemrelevante Berufe

Nathalie Imboden (Grüne) forderte bessere Arbeitsbedingungen in Berufen, die in der Coronakrise speziell gefordert waren. Das Kantonsparlament lehnte ihren Vorstoss ab.

Gerade das Pflegepersonal leistet zum Teil ausserdordentliche Einsätze während der Coronapandemie.
Gerade das Pflegepersonal leistet zum Teil ausserdordentliche Einsätze während der Coronapandemie.
Foto: Keystone (Laurent Gilliéron)

Der Kanton Bern wird keinen einmaligen Bonus an Arbeitnehmende in systemrelevanten Berufen in Pflege, Schulen und Betreuung während der Coronakrise ausrichten. Vorstösserin Nathalie Imboden (Grüne) hatte vergeblich gemahnt, dass «klatschen allein nicht reicht».

Während des Lockdowns hatten sich tausende Menschen auf ihren Balkonen versammelt, um namentlich dem Pflegepersonal Applaus zu spenden. Gerade in den Berufen, die im Zusammenhang mit der Coronakrise wichtig fürs Funktionieren des Landes sind, seien die Arbeitsbedingungen schlecht und die Löhne tief, so die Begründung.

Die grüne Grossrätin Nathalie Imboden forderte in ihrem Vorstoss nebst einem einmaligen Bonus für Angestellte in systemrelevanten Berufen auch, dass der Kanton höhere Löhne für solche Personen vorsieht.

Trotz grosser Wertschätzung für das während der Coronakrise von vielen Geleistete, sei der Vorstoss der falsche Weg, war eine Ratsmehrheit der Ansicht. So sei es schlicht nicht möglich, abzugrenzen, wer denn systemrelevant sei und wer nicht, kritisierte etwa FDP-Grossrat Hans-Peter Kohler.

Der Vorstoss würde nur Ungerechtigkeiten schaffen. Kohler geisselte den Vorstoss als populistischen Versuch, die Coronakrise auszuschlachten.

Die unangemessenen Löhne im Gesundheitswesen seien ein strukturelles Problem, betonte Barbara Stucki namens der Grünliberalen. «Ein einmaliger Bonus löst keine Probleme», führte Stucki aus.

Grossrat Hasim Sancar gab zu bedenken, dass der Kanton im Budget 2021 «Steuergeschenke» an Unternehmen mache, das stark belastete Personal im Gesundheitswesen aber nicht für seine ausserordentlichen Leistungen honorieren wolle.

Dass Imboden den Vorstoss in ein Postulat abschwächte, half auch nichts. Der Grosse Rat lehnte das Postulat am Mittwoch in allen Punkten ab.

SDA/flo