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Wackers Team der ZukunftKehrt von Deschwanden zurück?

Der langjährige Schlüsselspieler könnte ab dem Sommer wieder in Thun auflaufen. Es wäre ein Coup der Berner Oberländer.

Topskorer, Leader – und für manche Leute mitunter so was wie ein Held: Lukas von Deschwanden geniesst in der Lachenhalle ein hohes Standing.
Topskorer, Leader – und für manche Leute mitunter so was wie ein Held: Lukas von Deschwanden geniesst in der Lachenhalle ein hohes Standing.
Bild: Christian Pfander

Als Lukas von Deschwanden im Frühsommer 2018 in der Lachenhalle verabschiedet wurde, war er gerührt. Unter Tränen sagte er, er werde irgendwann hierhin zurückkehren – als Akteur. Man hielt das damals für nichts mehr als nette Worte eines höflichen, zumindest in jenem Augenblick sensiblen Menschen, der für den hiesigen Spielbetrieb irgendwie zu gut, zu gross geworden war.

Nicht mal zwei Jahre später erscheint eine Rückkehr des Aufbauers ins Berner Oberland auf einmal realistisch.

Weder in der Bundesliga noch in Frankreich wurde der Urner glücklich. In Stuttgart fiel er oft und teils lange aus, in Chambéry fehlt er nun gleichfalls häufig verletzt. Und wer immer wieder pausieren muss, der setzt sich in den stärksten Ligen der Welt nun mal nicht gleich durch – selbst wenn er wie der Nationalspieler über riesiges Potenzial verfügt.

30-jährig ist von Deschwanden mittlerweile. Sein Vertrag im Südosten Frankreichs datiert bis Sommer 2021. Grundsätzlich. Wie man sich in der Szene hierzulande erzählt, könnte der Kontrakt seitens des Akteurs aufgelöst werden. Eine Rückkehr nach Thun gilt als wahrscheinlich.

Rubin schweigt

Wacker-Coach Martin Rubin sagt dazu: nichts. In diesen Tagen würden die letzten personellen Entscheidungen im Hinblick auf 2020/2021 getroffen, deswegen äussere er sich gegenwärtig im Allgemeinen nicht zu einzelnen Namen. Aber er hält fest: «Wir werden auch in der nächsten Saison eine starke Mannschaft haben.»

Der Trainer spricht in Bezug auf die Kaderzusammenstellung von einem Puzzle, das ein stimmiges Bild ergeben müsse. Hierbei berät er sich im Wesentlichen mit Remo Badertscher, seinem gleichzeitig als Teammanager fungierenden Assistenten, sowie Präsident Georges Greiner, dessen Part es nicht zuletzt ist, dafür zu sorgen, dass das Budget eingehalten wird.

Fest stehen die Abgänge der Leistungsträger Thomas Lanz, Phillip Holm und Nicolas Suter. Noch keinen Vertrag haben nach aktuellem Wissensstand Ron Delhees, Noah Haas und Dario Lüthi. Unklar ist überdies, was mit den mit einer Doppellizenz ausgestatteten Aufbauern Cedric Manse und Roman Bouilloux geschieht.

Platz im Kader also wäre vorhanden. Und die Uhr tickt. Wacker ist aussergewöhnlich spät dran mit der Planung; diese hätte im Januar abgeschlossen werden sollen.

Von Deschwanden ist naturgemäss ein Thema in Thun. Der Innerschweizer reifte im Berner Oberland zur dominanten Figur in der Liga, er wurde mehrmals MVP und Topskorer. Den Kontakt zu ihm haben sich die Leute von Wacker stets bewahrt. Zu einigen von ihnen unterhält der Rechtshänder freundschaftliche Beziehungen, zu Anführer Reto Friedli etwa.

Die Rückkehr der langjährigen Schlüsselfigur: Sie wäre aus der Optik des Meisters von 2018 ein Coup. Von Deschwanden ist ein Leader, auch neben dem Feld. Mit ihm und Nicolas Raemy, einem andern spielstarken Innerschweizer Aufbauer, besässen die Thuner zwei Ausnahmekönner. Und sie wären ganz bestimmt wieder, was sie möglicherweise nicht mehr sind: ein Spitzenclub.