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«Etwas zurückgeben»Kanton Bern will Freiwilligenarbeit im Altersbereich stärken

Der Kanton Bern will die Freiwilligenarbeit im Altersbereich stärken. Der Grosse Rat hat am Mittwoch einen entsprechenden Bericht zur Kenntnis genommen.

Ein Ständchen für Senioren während des Corona-Lockdowns. Der Kanton Bern will Freiwillgenarbeit im Altersbereich stärken.
Ein Ständchen für Senioren während des Corona-Lockdowns. Der Kanton Bern will Freiwillgenarbeit im Altersbereich stärken.
Foto: Keystone

Auslöser des Berichts war ein überwiesenes Postulat des Grünen Grossrats Bruno Vanoni. Der Regierungsrat solle prüfen, ob der Kanton Bern auch ein sogenanntes Zeitvorsorgemodell einführen wolle wie der Kanton St. Gallen.

Das St. Galler-Modell hat zum Ziel, rüstige Seniorinnen und Senioren für die unentgeltliche Begleitung und Unterstützung älterer Menschen zu motivieren. Wer sich im Rahmen des Zeitvorsorgemodells engagiert, kann Stundenguthaben anhäufen und dieses Guthaben dereinst einlösen, wenn er oder sie selber auf Hilfe angewiesen ist.

Bei dem Modell geht es nicht um das Erbringen von Pflegeleistungen, sondern vor allem um das Soziale und Zwischenmenschliche. Die Einsätze sollen also nicht professionelle Betreuung ersetzen, sondern sie ergänzen.

Etwas zurückgeben

Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) betonte am Mittwoch vor dem Grossen Rat die Wichtigkeit von freiwilligem Engagement. Die Einführung des St. Galler-Modells hält die Regierung aber nicht zuletzt aus Kostengründen nicht für sinnvoll.

Hingegen kann sich die Regierung zum Beispiel vorstellen, dass Menschen aus dem Integrationsbereich, die selber von der Arbeit von Freiwilligen profitiert haben, der Gesellschaft etwas zurückgeben, indem sie sich freiwillig um ältere Menschen kümmern. Dazu sollen die Helfer entsprechend angeleitet werden.

Der Grosse Rat nahm den Bericht mit 151 zu 1 Stimmen zur Kenntnis.

chh/sda