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Streit um AbstimmungskampfKirchen unterstützten Initiative – Beschwerde eingereicht

Grosse Banner zur Konzernverantwortungsinitiative hängen an der reformierten Pauluskirche in Bern. Diese Kampagnenhilfe erbost die Jungfreisinnigen.

«Die Kirchen müssen die Gelder für die Kampagne samt und sonders zurückzahlen.»

Matthias Müller, Präsident Jungfreisinnige Schweiz
75 Kommentare
    mkk@sunrise.ch

    Die KVI spaltet Kirchen und Christen. Alle berufen sich auf christliche und „ethische“ Werte.

    Ich sortiere mal. Ich habe 30 Jahre lang Ethik unterrichtet (Gymnasium und PH) und gelegentlich per Handaufstrecken erhoben, in welchem ethischen System meine Studierenden denken. Die grosse Mehrheit argumentierte utilitaristisch, aus einem Nutzen-Schaden-Kalkül heraus. Dies mag ihr Recht sein.

    Aber Kirchen und Christen können NICHT mit einem Kalkül argumentieren, WENN sie ihrem Herrn folgen wollen. Jesus fordert uns zur tätigen Nächstenliebe auf: „Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen“ – um uns gleich danach davor zu warnen, dabei berechnend zu sein oder utilitaristisch zu denken: „Und wenn ihr denen Geld leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzubekommen“ (Lukas 6,31ff.).

    Wo liegt der Unterschied zwischen einem Kalkül-Denken und der Idee der Nächstenliebe? Wie alle Menschen möchte ich weder vergiftetes Wasser trinken noch Zementstaub einatmen. Daraus folgt, dass ich mich dafür einsetzen soll, dass auch Sie dies nicht müssen – und auch die Menschen in Nigeria nicht. Nur so darf ich erwarten, dass jemand anderes mir hilft. Allerdings kalkuliere ich schon wieder.

    Die bessere Begründung aus christlicher Warte: Die Menschen in Nigeria sind im gleichen Masse Gottes Geschöpfe wie Sie und ich. Sie haben dieselbe Würde und verdienen unsere Nächstenliebe.