Wacker: Leiden, hoffen, leiden

Wacker Thun unterliegt Pfadi Winterthur trotz einer Aufholjagd. 24:25 verlieren die Thuner ihr erstes Heimspiel der Saison.

Kein Durchkommen: Dario Lüthi wird von den Winterthurern gestoppt.

Kein Durchkommen: Dario Lüthi wird von den Winterthurern gestoppt.

(Bild: Christian Pfander)

Adrian Horn

Am Ende herrscht auf einmal so was wie Playoff-Atmosphäre. Spieler schimpfen, Trainer hadern, Zuschauer pfeifen. 25 Sekunden vor Schluss beträgt Wackers Rückstand noch ein Tor, die Thuner haben die Differenz deutlich verringern können und dürfen urplötzlich wieder hoffen.

Pfadi greift an, die Zeit läuft. Geben die Winterthurer den Ball preis, bietet sich den Berner Oberländern die Chance auf den Gewinn eines Punktes. Dazu wird es aber nicht kommen. Die Gäste verwalten mehr oder minder souverän. Sie siegen 25:24. Und Martin Rubins Team wartet nach dem dritten Pflichtspiel auf den ersten Erfolg 2019/2020.

Einen überzeugenden Start legte der Cupsieger im ersten Heimspiel der Saison nicht hin. Nach 10 Minuten hatte er erst einen Treffer erzielt. Die Hausherren schafften es gegen die wohl beste Verteidigung der Liga nicht, sich regelmässig in Abschlussposition zu bringen.

Dem zu Beginn mit Nicolas Suter, Philip Holm und Gabriel Felder besetzten Rückraum fiel nicht viel ein. Die Winterthurer entrückten bloss deswegen nicht, weil sie gleichfalls mit Kreativität geizten und ihrerseits immer wieder hängen blieben an der Defensive der Thuner.

Verbessert, aber punktelos

Der Charakter der Partie änderte sich nicht; diese war geprägt durch Kampf und beinhaltete wenig, was als künstlerisch hochwertig durchgehen könnte. Kevin Jud etwa, Regisseur der Gäste, war nicht der, welcher er im Frühling gewesen war, als er Pfadi in den Playoff-Final führte. Treffer waren rar, nach 22 Minuten lautete das Skore 6:6.

Obwohl die Kulisse mit lediglich 560 Zuschauern wenig inspirierend war, vermochten die Thuner jene Stimmung zu erzeugen, vor der sich die Konkurrenz so sehr fürchtet. Ein unangenehmes Gegenüber waren sie, eines, das will – um jeden Preis. In Anbetracht der vorangegangenen Auftritte gelang in dieser Beziehung eine Steigerung.

Die Zürcher schufen zu Beginn der zweiten 30 Minuten eine Differenz von vier Toren, die sich als vorentscheidend erweisen sollte. Sie hatten begonnen, besser anzugreifen, während sich das Heimteam weiterhin schwertat, bevor es in der Schlussviertelstunde aufdrehte.

Auch wenn die wirklich wichtigen Partien noch weit weg sind, steht der zweimalige Meister fortan unter Zugzwang. Saisonübergreifend hat er nun fünfmal in Folge verloren, Supercup inklusive. Das Siegergen: Es ist den Oberländern vorübergehend abhandengekommen.

Wacker - Pfadi 24:25 (9:10)

Wacker: Winkler/Zuege; Holm (2), Felder, Dähler (3), Suter (5), Giovanelli, Lanz (1), Wyttenbach (8/6), Friedli (3), Lüthi, Simon Huwyler, Manse (1), Stefan Huwyler, Gruber (1).

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt