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Ausflugstipp in der RegionJäger der verlorenen Geocaches

Wandern kann jeder – wie wäre es mit etwas Such- und Knobelspass unterwegs? Rund um Moutier gibt es zum Beispiel gleich zwei originelle Touren.

Das Objekt der Begierde: Dieser Geocache war versteckt in einem künstlichen Stein.
Das Objekt der Begierde: Dieser Geocache war versteckt in einem künstlichen Stein.
Foto: Martin Bürki

Bis vor ein paar Jahren war Geocaching noch ein Geheimtipp, der diesen Namen auch verdiente. Als «Eingeweihter» zückte man sein GPS-Gerät, begab sich zu den im Internet publizierten Koordinaten und versuchte möglichst unauffällig, sich in den versteckten Logbüchern einzutragen. Mittlerweile gibt es für diese Art der Schatzsuche weltweit etwa drei Millionen versteckte Geocaches, immer mehr Menschen haben zumindest schon einmal davon gehört. Gerade an Wochenenden trifft man während der Suche oft Gleichgesinnte.

Was sich jedoch nicht verändert hat: Nicht selten führen einen die Koordinaten an schöne Orte, die man sonst womöglich nie besucht hätte. Nehmen wir zum Beispiel den Montagne de Moutier. Das Städtchen im Berner Jura, das als Hochburg der Separatisten immer wieder für Schlagzeilen sorgt, hat vielleicht für Historiker einen besonderen Wert und für all jene, die sich für die Jura-Frage interessieren. Als Ausflugsziel ist die Industriegemeinde kaum bekannt.

Wandern mit Gehirnjogging

Einer der Vorteile am steigenden Bekanntheitsgrad dieses Hobbys: Es gibt inzwischen regelrechte Touren, sogenannte Trails. Rund um Moutier lockt eine abwechslungsreiche Runde mit insgesamt 27 Verstecken, die bequem vom Bahnhof aus angegangen werden kann. Und seit Mai existiert vom gleichen Besitzer eine 22 Geocaches umfassende, etwa sieben Kilometer lange Runde auf dem Hausberg.

Nicht alle Wege sind asphaltiert: Kinderwagentauglich ist diese Runde nicht.
Nicht alle Wege sind asphaltiert: Kinderwagentauglich ist diese Runde nicht.
Foto: Martin Bürki

Jener Besitzer hat den Lockdown genutzt, um sich einige originelle, witzige und mitunter knifflige Rätsel auszudenken. Zu den moderaten körperlichen Anforderungen kommt so noch ein wenig Gehirnjogging dazu. Manchmal findet man die Dose ganz schnell, doch um an das Logbuch zu gelangen und seinen Namen hineinzuschreiben – denn nur dann zählt es –, braucht es noch die zündende Idee. Auch Kopfrechenkünste sind gefragt. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Noch dazu gleicht kein Geocache dem anderen. Wer auf einem Trail einmal fast 30 falsche Vogelhäuschen in Folge abgeklappert hat, weiss diese Vielfalt zu schätzen. So ist dieser Ausflug nicht nur für Wanderfreunde geeignet, sondern kann für die ganze Familie zum Erlebnis werden. Kinder sind idealerweise im Schulalter, insbesondere sind Teile der Strecke nicht kinderwagentauglich; so überquert man auch mal eine Kuhwiese.

Wer sich den Strapazen stellt, erlebt eine idyllische Wanderung durch den Jura-Konflikt: Während im Tal die jurassischen Flaggen überwiegen, flattert auf der Anhöhe vor allem der Berner Bär im Wind. In der Nähe des Startpunktes befindet sich zudem eine Métairie für die Stärkung vor oder die Belohnung nach der Knobelarbeit.