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Interview mit Transaktivist«Ja, J.K. Rowling ist transphob»

Aktivist Henry Hohmann sagt, warum die Schriftstellerin mit ihrem Toiletten-Verdacht falsch liegt – und warum die nächste Woche für Schweizer Transmenschen so wichtig wird.

Aktivist Henry Hohmann im November 2020.
Aktivist Henry Hohmann im November 2020.
Foto: Marco Zanoni

Wie leben Sie als Transmann in der Schweiz?

Mir gehts sehr gut. Allgemein habens die Transmenschen jedoch schwer in diesem Land. So ist jeder fünfte Transmensch arbeitslos. Viele verarmen nach ihrer Geschlechtsangleichung, weil sie keinen Job mehr finden. Und manche haben als Jugendliche bereits derart grosse Probleme, dass ihnen der Einstieg ins Berufsleben misslingt.

Wie unterscheidet sich Ihr Leben heute, im Vergleich zur Zeit vor Ihrer Transition?

Ich bin nun privilegierter, weil ich jetzt als Mann lebe. Ich habe nun eine andere soziale Rolle und werde anders wahrgenommen. So habe ich an einer Podiumsdiskussion plötzlich mehr Redezeit, man hört mir auch aufmerksamer zu als vorher. Und wenn ich zum Garagisten gehe, nimmt der auf einmal ganz selbstverständlich an, ich würde mich für Autos interessieren. (lacht) Diese Ungerechtigkeit ist mir erst mit der Transition so richtig klar geworden.

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