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Kino trotz AusgangssperreItaliener projizieren Filme auf Häuserfassaden

Ein Paar aus Rom hatte die Idee zur Initiative «Kino zu Hause». Inzwischen beteiligen sich immer mehr Menschen an dem Projekt und beleuchten Gebäude mit Filmszenen.

Lichtspektakel: Die Filme sollen von Langeweile und Einsamkeit ablenken und die Kultur weiterleben lassen.
Video: Tamedia

Jeden Abend um 22 Uhr stehen Fabia Bettini und Gianluca Giannelli am Fenster. Sie blenden mit einem einfachen Projektor Szenen aus italienischen Filmklassikern oder Hollywood-Favoriten auf das Nachbarhaus. Die Idee kam den Römern, weil ihre Kinder beklagten, dass die Stadt so leer und trostlos wirke. Aus der Familienaktivität, die den Isolationsblues vertreiben sollte, wurde bald mehr. Bettini und Giannelli, die beide in der Filmbranche tätig sind, publizierten Videos von ihrem «Kino zu Hause» auf Social Media und stiessen mit der Aktion auf reges Interesse.

Auf Distanz Gemeinschaft erleben

Filmfans in verschiedenen italienischen Städten griffen das Projekt auf und auch international wollen Menschen mit Projektionen starten. Bettini sagt: «Wir hoffen wirklich, dass viele Fenster auf der ganzen Welt aufleuchten werden, um Filme zu projizieren.» Mario Cirillo, ein Nachbar des Ehepaars, erklärt: «Die Schönheit und die Bilder, die vom Kino, der Kunst und der Kultur kommen, sie sind wie Nahrung – es mag trivial klingen aber sie sind wie Nahrung für unsere Seele. In solchen Zeiten, in denen wir nicht in direktem Kontakt mit anderen Menschen sein können, können wir uns nur durch Bücher, Kino und diese Projektionen verbinden.»

In der Isolation: Gianluca Giannelli und Fabia Bettini dürfen das Haus nur sehr eingeschränkt verlassen.
In der Isolation: Gianluca Giannelli und Fabia Bettini dürfen das Haus nur sehr eingeschränkt verlassen.
Foto: AP

AP/Valentina Winkler