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Geldblog: Fintech in der SchweizIst mein Guthaben hier sicher?

Das Fintech Yapeal bietet zu günstigen Konditionen Zugang zum Zahlungsverkehr, ist aber selbst keine Bank.

Ein Einlegerschutz, wie ihn die Schweizer Banken kennen, besteht bei Yapeal nicht.
Ein Einlegerschutz, wie ihn die Schweizer Banken kennen, besteht bei Yapeal nicht.
Illustration: Christina Baeriswyl

Da Sie in Ihren Beiträgen oft auf den Anlegerschutz hinweisen, würde ich Sie gerne fragen, wie Sie Yapeal beurteilen. Wäre im Falle eines Konkurses einer Fintech-Firma wie Yapeal mein Guthaben auf der SNB sicher – auch für Guthaben über 100’000 Franken?

Leserfragen von R.G.

Die Schweizer Finanzbranche geht durch einen tief greifenden Umbruch. Mit der rasch fortschreitenden Digitalisierung kommen immer mehr neue Anbieter auf den Markt, die den traditionellen Banken Kunden abjagen. Beispiele sind die Schweizer Digitalbank Neon, an der auch die TX Group eine Beteiligung hält, und neuerdings das Fintech Yapeal, an der sich die an der Schweizer Börse kotierte Bank Vontobel beteiligt hat. Während Neon mit der Hypothekarbank Lenzburg zusammenarbeitet, braucht Yapeal keine solche Zusammenarbeit mit einer Bank und hat auch selbst keine Banklizenz. Um dennoch einen Zahlungsverkehr anbieten zu können, hat Yapeal eine Fintech-Lizenz erworben. Zur Förderung von innovativen Finanzunternehmen hat der Gesetzgeber die so genannte Fintech-Bewilligung, eine Bewilligung mit erleichternden Anforderungen, geschaffen. Verantwortlich für die Erteilung dieser Lizenz ist die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma), also die gleiche Aufsichtsstelle, die auch Banken und Versicherungen überwacht.

Diese besagt: «Die Fintech-Bewilligung erlaubt Publikumseinlagen in der Höhe von maximal Hundert Millionen Schweizer Franken entgegenzunehmen, wobei die Publikumseinlagen weder angelegt noch verzinst werden dürfen.» Vorausgesetzt wird zudem, dass ein Institut mit Fintech-Bewilligung eine Aktiengesellschaft, Kommanditaktiengesellschaft oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist sowie seinen Sitz und die Geschäftstätigkeit in der Schweiz hat. «Die Finma beurteilt bei entsprechenden Bewilligungsgesuchen, ob die beabsichtigte Geschäftstätigkeit eine Bewilligung benötigt und die geplante Geschäftstätigkeit im Rahmen der Fintech-Bewilligung möglich ist.» Diese Bedingungen hat Yapeal erfüllt und verfügt über eine entsprechende Fintech-Bewilligung. Mit dieser ist Yapeal verpflichtet, das Geld der Kunden zu 100 Prozent zu hinterlegen.

Yapeal ist nicht geeignet, um viel Geld zu parkieren.

Das Unternehmen macht dies laut eigenen Angaben bei der Schweizerischen Nationalbank. Ein Einlegerschutz wie ihn die Schweizer Banken kennen, besteht bei Yapeal indes nicht. Dennoch stufe ich das bei Yapeal parkierte Geld wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht zur Hinterlegung der Kundengelder als sicher ein. Zudem sind Firmen mit Fintech-Bewilligung Risikogeschäfte, Investitionen und andere Formen, mit Kundengeldern zu arbeiten, nicht gestattet. Somit besteht auch von dieser Seite kein Risiko. Dank der Fintech-Bewilligung der Finma kann Yapeal direkt auf den Zahlungsverkehr zugreifen und den Kunden Konten mit einer IBAN-Nummer anbieten, wie dies Banken tun.

Über die App mit Schweizer Konto und Visa Debit Karte kann man weltweit bezahlen, Geld überweisen und beziehen und profitiert wie bei Revolut von attraktiven Wechselkursen. Erhältlich sind mit «Loyalty», «Private» und «Private+» drei Lösungen mit monatlichen Gebühren von derzeit 1 bis 8.90 Franken. Das Problem sehe ich in Ihrem Fall mit den in Ihrer Frage erwähnten 100’000 Franken nicht bei Einlegerschutz, sondern bei der Art der Dienstleistung der Fintech-Firma. Yapeal ist nicht geeignet, um viel Geld zu parkieren. Denn Yapeal belastet Negativzinsen auf einem höheren Kontobestand. Bei der günstigsten Variante «Loyalty» fällt schon ab einem Kontostand von 10’000 Franken ein Minuszins von 0.8 Prozent an, der sich aus 0.75 Prozent Negativzins der Nationalbank und 0.05% Prozent für Yapeal zusammensetzt. Bei den anderen teureren Lösungen kann man etwas mehr Geld parkieren, doch auch da wird ab 25’000 Franken ein Minuszins von 0.8 Prozent verrechnet. Damit will Yapeal verhindern, dass das Konto dafür genutzt wird, dass man sicher viel liquide Mittel parkiert und Negativzinsen verhindern will.