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Weltkarte für faire InvestitionJetzt können Anleger Aktien auf Nachhaltigkeit testen

Die Zürcher Globalance Bank lanciert eine Plattform, auf der Nutzer erkennen, welchen ökologischen Fussabdruck ihre Wert- oder Indexpapiere hinterlassen.

Blick auf die Weltkugel von Globalance World: Hier wird der Einfluss des US-Aktienindexes S&P 500 auf die Klimaerwärmung dargestellt.
Blick auf die Weltkugel von Globalance World: Hier wird der Einfluss des US-Aktienindexes S&P 500 auf die Klimaerwärmung dargestellt.
Foto: zvg

Welche Unternehmen erweisen sich als besonders klimaschädlich? Welche sind umgekehrt in Bereichen tätig, die für eine nachhaltig gestaltete Zukunft entscheidend sind? Was heisst das mit Blick auf den ökologischen Fussabdruck, wenn ich mein Geld in Exchange-Traded Funds investiere, die Schweizer, europäische oder amerikanische Börsenindizes abbilden?

Auf Fragen wie diese haben Anleger, ob gross oder klein, bislang kaum Antworten bekommen. Diese Wissenslücke wird nun ein gehöriges Stück kleiner. Die neue Informationsplattform Globalance World, die seit Montag in Betrieb ist, orientiert darüber, welche Aktien und Aktienindizes in puncto Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit besser oder schlechter abschneiden. Kreiert wurde sie von der in Zürich ansässigen Globalance Bank, einer Privatbank, die auf nachhaltige Vermögensanlagen spezialisiert ist.

Tesla hui, Nestlé pfui

Kernstück der Plattform ist eine digitale, interaktive Weltkugel – aufrufbar unter www.globalanceworld.com. Reto Ringger, Gründer und Eigentümer der Globalance Bank, sprach an einer Medienorientierung von einer «Weltneuheit», auch und gerade was die visuelle Umsetzung betreffe.

Kostenlos und anonym können Nutzer dort einzelne Unternehmen begutachten. Sie erfahren zum Beispiel, dass die Geschäftstätigkeit von Nestlé mit einem Klimaerwärmungspotenzial von 5,5 Grad verbunden ist – weit über dem Minimalziel einer globalen Erwärmung von 2 Grad im Pariser Klimaabkommen. Ausserdem erzielt der Nahrungsmittelkonzern nur 39 Prozent seines Umsatzes in den nachhaltigkeitsrelevanten und zukunftsweisenden Megatrends. Dazu gehören etwa Ressourcenknappheit, Biodiversität oder Mobilität.

In einer Stellungnahme verweist Nestlé auf die eigene Verpflichtung, «bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette zu erzielen». Diese Anstrengungen würden sich nicht in dem von Globalance World entwickelten Bewertungsinstrument widerspiegeln. Dieses sei daher, so Nestlé, «keine gänzlich genaue Darstellung der Klimaauswirkungen, die mit unserer Geschäftstätigkeit in Verbindung gebracht werden».

Tesla schneidet bezüglich Klima und Zukunftsfähigkeit vergleichsweise gut ab. Das Bild zeigt neue Teslas, die ihre Produktionsstätte in Fremont (Kalifornien) verlassen.
Tesla schneidet bezüglich Klima und Zukunftsfähigkeit vergleichsweise gut ab. Das Bild zeigt neue Teslas, die ihre Produktionsstätte in Fremont (Kalifornien) verlassen.
Foto: David Paul Morris (Getty Images)

Zum Vergleich: Tesla wird in Globalance World ein Erwärmungspotenzial von 2,1 Grad zugeschrieben, und der US-Hersteller von Elektroautos ist zu 100 Prozent in den Megatrends engagiert. Was mit einzelnen Aktien möglich ist, geht auch mit Aktienindizes: So weist der Schweizer SPI ein Klimaerwärmungspotenzial von 3,8 Grad auf, der DAX in Deutschland liegt bei 4,3 Grad und der S&P 500 in den USA bei 3,3 Grad. Derzeit sind gut 6000 börsenkotierte Unternehmen und Aktienindizes abrufbar.

Vor allem Frauen und Junge sind interessiert

Nutzer, die sich registrieren lassen, können darüber hinaus die eigenen Aktienanlagen auf der Plattform analysieren und mit anderen Portfolios und Indizes vergleichen. Reto Ringgers Hauptanliegen mit Globalance World ist, «Transparenz zu schaffen» hinsichtlich der klimatischen und ökologischen Auswirkungen von Anlagen. Nach seinen Beobachtungen wächst dieses Informationsbedürfnis vor allem bei Frauen, jungen Menschen und Erben. Davon abgesehen erhofft sich der Banker Zulauf von neuen, sensibilisierten Kunden für sein Haus.

Grundlage für die neue Plattform, so Ringger, seien Rohdaten und Analysen von arrivierten Lieferanten von Finanzdaten wie MSCI, Morningstar und Factset. Einen wesentlichen Beitrag leistete ferner das Zürcher Start-up-Unternehmen Carbon Delta, das auf Klimaszenarien spezialisiert ist und im September 2019 von MSCI übernommen wurde. Entstanden ist die Weltkugel dann aber nach einer eigenen Methodik , welche die Spezialisten der Globalance Bank in achtzehnmonatiger Arbeit entwickelten. Die Plattform soll kontinuierlich um weitere Anlageklassen wie etwa Anleihen ergänzt werden.

1 Kommentar
    Herbert Berger

    Klar, die gehören offenbar zu den "Guten" und die Idee ist an und für sich schon gut. Aber wer auf deren Website geht, merkt sehr schnell, auch die wollen nur mein Bestes, meine Daten und mein Geld.

    Dieser Artikel ist ein Werbeartikel, aber ist nich als solcher deklariert. Schade.