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LeserreaktionenInformieren die sich auf Trumps Twitter-Account?

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Am letzten Samstag fand in Bern eine Demonstration gegen die Corona-Massnahmen statt.
Am letzten Samstag fand in Bern eine Demonstration gegen die Corona-Massnahmen statt.
Foto: Manuel Zingg

Zu «Mehrere Dutzend Anzeigen nach illegaler Demonstration»

Eine Frage des Charakters und der Intelligenz

Drei Monate verordnete Einschränkungen, und bereits geht eine ganz kleine Minderheit auf die Strasse. Da kann man sich schon fragen, was erwarten diese Menschen von ihrem Leben, welcher Charakter und welche Intelligenz treibt sie zu diesem Ungehorsam? Ist es der Egoismus gegenüber den Mitmenschen? Leider gibt es zu diesen Fragen keine Studien. Weiter wäre es interessant zu wissen, wie viele dieser Unzufriedenen auf irgendeine Art von der Sozialhilfe abhängig sind. Was, wenn eine komplette Ausgangssperre – wie es in Teilen von China, von Italien und anderen Ländern der Fall war – angeordnet wird? Was tun solche Menschen dann?

Hans König, Häusernmoos

Informieren die sich auf Trumps Twitter-Account?

Die Ignoranz dieser Menschen kann ich nicht verstehen. Wann kapieren diese Leute, dass es in der momentanen Situation nicht um sie selbst geht? Die Massnahmen zur Eindämmung dieses Virus sind für alle einschneidend, und ja, sie verletzen Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit, die für jede Demokratie wichtig sind. Aber die Massnahmen wurden ja nicht eingeleitet, um irgendwen persönlich zu schikanieren und haben auch nichts mit einer sich schleichend aufbauenden Diktatur zu tun. Es sind Massnahmen, die helfen, die Infektionsketten zu unterbrechen. Dass dies dieselben Menschen nicht begreifen, die auch behaupten, die Situation in Schweden sei ohne Lockdown gleich gut wie in der Schweiz, ist für mich nicht überraschend. Mal ehrlich: Wo informieren sich solche Leute? Auf Trumps Twitter-Account? Zum Glück handelt es sich bei solchen Mensch um eine Minderheit – wenn auch um eine gefährliche.

Corinne Fahrni, Burgdorf

Ich bedaure, dass wieder einmal der Besitz über Menschlichkeit gesiegt hat.

Susanna Gehrig, Rüegsauschachen

Zu «Hunderte stehen Schlange für etwas Reis»

Mehr Menschen könnten an Hunger sterben

Kaum sind die Grenzen für den Personenverkehr gesperrt, stehen Menschen an und suchen Essen. Im Wissen, dass die Eigenproduktion in der Schweiz bei nur 60 Prozent liegt, stellt sich wohl die Frage, wie es weitergehen soll. Ich kenne noch das Vorkriegsmodell der Mahlzeitencoupons. So weit wird es in der Schweiz nicht kommen. Eine Schande ist es aber, dass Brot vom Vortag in der heutigen Zeit kompostiert wird. «Hartes Brot ist nicht hart – doch kein Brot ist hart.» Es ist nicht ausgeschlossen, dass weltweit mehr Menschen an Hunger sterben als an Corona.

Walter Reusser, Zollikofen

Zu «Grosse Kammer eilt den Wirten zu Hilfe»

Der Besitz siegt wieder einmal über die Menschlichkeit

Solidarität ist in Corona-Zeiten ein häufig gebrauchtes Schlagwort. Immobilienbesitzer sind davon befreit. Sie dürfen ungeniert Mieten für bundesrätlich angeordnete leere Räume einfordern. Sie könnten ja selber in Not geraten. Dieses schweizweite Elend muss man verhindern, meint Thomas Matter (SVP, ZH). Alles sollte im Gespräch zwischen Vermietern und Mietern geregelt werden. Ich stelle mir einen Immobilienhai vor, der freundlich die Zähne bleckt: «Lieber Mieter, es tut mir leid, ich bin auf Ihre Miete angewiesen. Meine Aktien haben im letzten Jahr Verluste eingebracht, und meine Jacht im Mittelmeer sollte dringend renoviert werden. Sollten Sie jetzt deswegen Konkurs gehen, nehmen Sie es nicht so tragisch. Hauptsache, Sie sind gesund. Ich habe auch bei null angefangen.» Ich bedaure, dass wieder einmal der Besitz über Menschlichkeit gesiegt hat.

Susanna Gehrig, Rüegsauschachen

Zu «Nun können wir ein bisschen cooler werden»

Alain Berset ist noch lange kein Henri Guisan

Das Coronavirus beflügelt die Presse gegenwärtig zu vereinzelt zwiespältigen Höhenflügen. Da wird die bisher positive Seuchenbekämpfungs-Politik unseres Bundesrats Alain Berset der letzten zwei Monate allen Ernstes verglichen und gleichgestellt mit der sechsjährigen überzeugenden Leistung im Zweiten Weltkrieg unseres damaligen Armeechefs General Henri Guisan. Wenn für einmal das Wort «Verhältnisblödsinn» zutrifft, dann bestimmt für diesen unangebrachten Vergleich.

Urs Amiet, Spiez