Die Macht ist mit ihr

Sie kostet weniger als viele Konkurrentinnen. Trotzdem verfügt die aus China vermarktete Smartwatch A88+ über Funktionen, die andere nicht haben. Zumindest auf dem Papier.

Schlicht und billig: Die Smartwatch A88+ aus China.

Schlicht und billig: Die Smartwatch A88+ aus China.

(Bild: zvg)

Mathias Born@thisss

Bei diesem Angebot wird sogar schwach, wer normalerweise gar keine Uhr trägt: Die Smartwatch A88+ kostet nur 25 Franken, Versandkosten inklusive, wenn man sie bei Aliexpress in China ordert.

Die Produktbeschreibung ist knapp gehalten und in holprigem Englisch verfasst. Mit dem Gerät lasse sich die Herzfrequenz messen, steht darin. Die Uhr zeige, wie müde man ist, dokumentiere die Schlafqualität. Und sie überwache den Blutsauerstoffgehalt.

Letzteres ist aussergewöhnlich: Während die meisten Smartwatches mehr oder weniger genau Schritte zählen und die Herzfrequenz messen, steckt bloss in einzelnen ein O2-Sensor.

Leichtgewicht aus China

Was kann man von einer solchen Billiguhr aus China erwarten? Vorab, dass man warten muss: Bis die Smartwatch eintrifft, vergeht knapp ein Monat. Das Gerät ist sehr leicht. Nicht zu überzeugen vermag der Verschluss des Armbands: Er öffnet sich bei leichten Berührungen. Die Auflösung des Schwarzweissmonitors reicht bloss zur Anzeige von Text und Piktogrammen aus. Aber nur bei wenig Licht: Wer auf der Sonn­seite steht, kann auf dem Display nicht einmal die Zeit entziffern. Der Bildschirm ist nicht berührungsempfindlich.

Daneben bietet das Gerät die Grundfunktionen einer Smartwatch: Die Uhr vibriert, wenn jemand anruft, eine Botschaft auf Whats­­app eintrifft oder sich auf Facebook oder Twitter Wichtiges tut. Wer das Telefon abnehmen oder einen Text lesen will, muss zwingend zum Smartphone greifen.

Gut zum Schrittezählen

Als Fitnessgadget schlägt sich die Uhr nicht schlecht. Der Pedometer zumindest scheint zu funktionieren. Allerdings gehen die Messwerte im Vergleich mit der Apple Watch auseinander: Während die Marktführerin 3711 Schritte zählt, kommt die A88+ auf 3894. Bei der Herzfrequenz sind sich die beiden einig.

Nicht einlösen kann die Uhr die Versprechen im Gesundheitsbereich: Der Schlaftracker funktioniert eher schlecht als recht. Die Messungen des Blutdrucks und des Stoffgehalts müssen manuell ausgelöst werden. Und die Messdaten lassen sich nicht einfach exportieren.

Abenteuerlich ist die Übersetzung der App. Statt «Schritte» ist von «Treppe», die Rede. Und der Ladezustand – auf Englisch «Power» – wird im Deutschen zu «Macht». Einen grossen Vorteil hat die Billiguhr aber: Während die Apple Watch täglich auf den Ladeclip muss, hält die A88+ eine Woche durch.

Berner Zeitung

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