Zum Hauptinhalt springen

Thun deklassiert ServetteIn einen Rausch gespielt

Der FC Thun hat Servette überrollt und feierte beim 5:1 gegen die Genfer bereits den fünften Heimsieg in Serie.

Der Thuner Doppeltorschütze Ridge Munsy geniesst den Moment nach einem seiner zwei Treffer.
Der Thuner Doppeltorschütze Ridge Munsy geniesst den Moment nach einem seiner zwei Treffer.
freshfocus

Kurz vor dem Pausenpfiff regte sich Jérémy Frick ganz fürchterlich auf. In extremis hatte Servettes Torhüter gerade den dritten Treffer des FC Thun verhindert und seine Equipe mit einer Weltklasseparade vor einem 0:3-Fiasko zur Halbzeit bewahrt. Frick fluchte wie ein Rohrspatz, wirbelte mit den Armen und wies seine Vorderleute mit kaum druckreifen Worten zurecht. Dem Genfer Schlussmann war das mitunter ziemlich lasche Abwehrverhalten seiner Teamkameraden im ersten Spielabschnitt zu Recht ein Dorn im Auge.

Dabei hatten ganz zu Beginn der Partie noch die Genfer die ersten Akzente gesetzt, was sich indes lediglich als schwaches Strohfeuer entpuppen sollte. Spätestens nach dem 1:0-Führungstreffer in der 8. Minute – Innenverteidiger Nikki Havenaar wuchtete den Ball nach einem Eckball per Kopf ins Tor – übernahm der FC Thun komplett die Kontrolle über die Partie.

Tosettis Eckbälle

Angestachelt vom Führungstreffer, setzten die Berner Oberländer mit Vehemenz und viel Spielfreude nach und schnürten die Genfer in deren Defensivzone ein. Miguel Castromans kerniger Weitschuss strich nur ganz knapp über den Querbalken (12.) der Genfer. Innenverteidiger Basil Stillhart verpasste kurze Zeit später aus nächster Nähe das 2:0.

Und so bedurfte es eines weiteren Corners für die Thuner, um das Skore zu erhöhen. Wie bereits beim 1:0 war es der Tessiner Matteo Tosetti, der den Eckball mit so viel Effet und Zug zur Mitte flankte, dass Chris Kablan nur noch den Kopf hinhalten musste, um den Ball zum 2:0 im Tor unterzubringen. «Wir hatten uns vorgenommen, bereits in der ersten Halbzeit richtig Druck zu machen. Dies ist uns gut gelungen, auch wenn wir sogar noch höher hätten führen müssen zur Pause», sagte Thun-Coach Marc Schneider zum furiosen Auftritt seiner Schützlinge in der ersten Halbzeit.

Munsys Solos

Der Spielverlauf spielte Thun in die Karten. Dass die Oberländer mit ihrem wuchtigem Stürmer Ridge Munsy richtig gut kontern können, hatten sie in der Vergangenheit schon diverse Male bewiesen. Und im zweiten Spielabschnitt wurden auch die Genfer Zeugen von dieser Stärke der Thuner. In der 50. Minute verarbeitete Munsy eine Art Befreiungsschlag an der Mittellinie technisch perfekt. Er lief los, zog wie ein 100-Meter-Sprinter mit grossen Schritten Richtung Strafraum der Genfer, vernaschte mit einem feinen Haken einen Verteidiger und wuchtete den Ball zum 3:0 in die Maschen.

«Die guten Leistungen in den letzten Wochen haben dafür gesorgt, dass wir alle mit viel Selbstvertrauen spielen und an uns glauben. Das spiegelt sich im Moment auf dem Platz wider», sagte Munsy. Selbst Servettes postwendender Anschlusstreffer (53.) durch Angreifer Alex Schalk erschütterte die Thuner nicht im Geringsten. Sie zogen ihr Ding mit viel Selbstvertrauen durch, spielten sich sogar in einen kleinen Rausch. Eine Augenweide, wie die Thuner vor dem 4:1 den Ball in ihren Reihen zirkulieren liessen, bevor Miguel Castroman mit einem überlegten Innenristschuss einnetzte. Überragend, wie Ridge Munsy in der 71. zu einem weiteren Solo ansetze, die Genfer Abwehrspieler wie Junioren aussehen liess und den Schlusspunkt zum 5:1 setzte.


Der überzeugende Aufritt gegen Servette bescherte Thun den fünften Heimsieg in Serie und hievt die Oberländer in eine gute Position im Abstiegskampf. Am Samstag können sie in Sion einen weiteren grossen Schritt in Richtung Klassenerhalt tätigen.