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In den USA steigt die Angst vor starkem Inflationsschub

Die Grosshandelspreise sind im Mai unerwartet stark gestiegen. Jetzt will sich die US-Notenbank vermehrt auf die Bekämpfung der Inflation konzentrieren.

Weiterhin sind es vor allem die Preise für Energie und Lebensmittel, welche die Teuerung anheizen. Verglichen mit Mai 2007, sind die Grosshandelspreise in den USA um 7,2 Prozent gestiegen – Energie und Nahrungsmittel ausgenommen, wären es nur 3 Prozent. Aber auch dies ist der grösste Teuerungsschub seit 1991.

Allein im Mai sind die Preise um 1,4 Prozent gestiegen – deutlich mehr als Ökonomen erwarteten. Hauptverantwortlich dafür ist das Benzin, das 9,3 Prozent teurer geworden ist. Für die Gallone zahlen amerikanische Autofahrer nun über 4 Dollar. Im Gegentrend liegen Autos, Computer und Frauenkleider – all dies ist etwas günstiger zu haben.

Die unaufhaltsam kletternden Preise sind nicht nur schlechte Nachrichten für die Konsumenten, sie bringen nun auch die amerikanische Notenbank in Zugzwang. Diese hatte seit Beginn der Kreditkrise im vergangenen Spätsommer den Zinssatz um insgesamt 3,25 auf 2 Prozent gesenkt und pumpte so mehr Geld in den ausgetrockneten Finanzmarkt. Doch nun erhält sie die Quittung für ihre expansive Politik. Bereits zeichnet sich ab, dass die Inflation zum grösseren Problem für die amerikanische Wirtschaft wird. Analysten befürchten, dass die Unternehmen ihre höheren Kosten für Energie auf die Konsumenten abwälzen werden. Das würde Waren und Dienstleistungen auf breiter Front verteuern und so die Inflation weiter anheizen.

Zinswende in Sicht

Notenbankchef Ben Bernanke hatte schon vor zwei Wochen in einer Rede festgehalten, dass die Durchschnittsteuerung in den letzten vier Quartalen bei 3,5 Prozent lag. Dies sei «deutlich höher als uns das gefällt». Bereits kommende Woche treffen sich die Notenbankmitglieder erneut zu einer Sitzung. Beobachter rechnen damit, dass sie den Zinssatz vorerst nicht verändern werden. Eine Anhebung wird erst im Herbst erwartet. Allerdings ist nicht auszuschliessen, dass die Notenbank schon früher reagiert, falls die Teuerung weiterhin derart steigt. Verschiedene Ökonomen raten jedoch zu Zurückhaltung: Würden die Zinsen zu früh wieder angehoben, könnte das der schwachen Wirtschaft zusätzlich schaden.

Gestern wurden noch weitere für die Amerikaner unerfreuliche Zahlen veröffentlicht. So ist etwa die Industrieproduktion um 0,2 Prozent gefallen – Ökonomen hatten mit einem leichten Wachstum gerechnet. Und auf dem Häusermarkt ist kein Ende der Krise in Sicht. Die Zahl der Neubauten ist um 3,3 Prozent gefallen – auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren. Zudem bleiben Konstruktionsfirmen pessimistisch für die nähere Zukunft. Auch die Zahl der Zwangsversteigerungen ist gegenüber der Vorjahresperiode um 50 Prozent gestiegen. Die am stärksten betroffenen Gebiete liegen in Kalifornien und Florida.

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