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Debatte um GendersternchenIm Ausland gendern sie lockerer

Gibt es eigentlich auch in anderen Sprachen Streit ums generische Maskulinum und Ähnlichem? Falls ja, wird er weniger heftig ausgetragen als bei uns. Eine Übersicht unserer … genau …KorrespondentInnen.

Italienisch – oft bleibt eine «ministra» ein «ministro»

Neulich, beim Musikfestival von Sanremo, fragte man die Orchesterdirigentin Beatrice Venezi (31) aus Lucca in der Toscana, ob sie lieber als «direttore» (männl.) oder als «direttrice» (weibl.) angesprochen werde.

«Für mich zählen bei der Arbeit nur Talent und Können», sagte sie, «und mein Beruf hat einen präzisen Namen: Direttore d’orchestra›.» So wolle sie gerufen werden.

Venezi hat damit eine kleine Debatte ausgelöst, sie war aber schnell vorbei. Gendern ist kein grosses Anliegen der Italiener. Die Accademia della Crusca, das Hochamt der italienischen Linguistik, empfiehlt den Gebrauch der weiblichen Form bei jeder Gelegenheit, weil sie Opfer und Anstrengung der Frauen würdige. Sehr oft ist eine «ministra» aber eben doch ein «ministro», eine Chirurgin ein «chirurgo», eine Bürgermeisterin ein «sindaco».

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