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Leserreaktionen«Ich lasse mich nicht täuschen»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zu drei «Täuschungsmanövern» der Initianten der Konzernverantwortungsinitiative.

Arbeiter in der Mine El Cerrejòn in Kolumbien.
Arbeiter in der Mine El Cerrejòn in Kolumbien.
Reuters

Leserbriefe zu «Die drei Täuschungsmanöver der Initianten»

Die Gegner der Konzernverantwortungsinitiative behaupten, dass die weltweit einmalige Haftbestimmung für die Konzerne zu einer Haftung führt ohne ein Verschulden. Die geforderte Beweislastumkehr würde zu einer Klagewelle führen. Die Initiative basiert auf dem bewährten schweizerischen Zivilrecht. Im Zivilrecht muss der Kläger seinen Schaden nachweisen, also die durch den Konzern geschädigte Person. In anderen Ländern ist das längst Tatsache, was die Initianten für die Schweiz fordern. Ein Beispiel aus Kanada: Sicherheitsmänner des Rohstoffkonzern Hudbay haben elf Frauen in Guatemala vergewaltigt und indigene von ihrem Land vertrieben. Die geschädigten Frauen können nun in Kanada auf Wiedergutmachung klagen. Gemäss dem Autor dieses wenig objektiven Artikels entfernten die Initianten den Hinweis auf die Beweislastumkehr. Sie präzisierten, dass sich ein Konzern aus der Haftung befreien kann, falls er nachweist, dass er alle geforderte Sorgfalt angewendet hat. Mit dieser Anpassung haben die Initianten bewiesen, dass sie nicht stur am Originaltext festhalten, sondern bereit sind, mit den Mitgliedern des Parlaments einen Gegenvorschlag zu verhandeln, der übrigens vom Nationalrat auch angenommen wurde. Ich werde mich von diesem Artikel nicht täuschen lassen. Res Baumann, Bern

Wo sind die im Titel des Artikels erwähnten Täuschungsmanöver? Während die Initiantinnen und Initianten also ihre Forderungen präzisiert haben, ist das Parlament an der Schaffung eines wirksamen Gegnvorschlags gescheitert. Es ist ausgeschlossen, dass das Parlament die Initiative schärfer umsetzen wird, als das die Initiantinnen und Initianten fordern. Dies ist bereits der x-te Artikel dieses Journalisten mit klarer Schlagseite. Diese Art von Kampagnenjournalismus hat einen ganz faden Nachgeschmack. Onlinekommentar von Toni Bernasconi

Das Vorgehen der Initiaten der Konzernverantwortungsinitiative wird in den relevanten Ländern offenbar mit der Denkweise aus der Kolonialzeit verglichen. Die Meinung indischer Freunde in Mumbai dazu besagt alles. Bei allem Bewusstsein für nötige Verbesserungen sei man erstaunt, seitens eines Landes wie der Schweiz (das man bewundert) eine derartige Arroganz vorzufinden. Neben einer gewissen Empörung wird die «missionarische Naivität» der Initianten belächelt. Ohne die Mitwirkung der lokalen Politik und Behörden sei eine Umsetzung von schweizerischen oder andern «fremden» Gerichtsentscheiden sowieso undenkbar. Für die betroffenen Firmen könnte jedoch schwerer Schaden bis hin zur Schliessung entstehen und deren Geschäftstätigkeit nachhaltig erschwert werden. Dies eine Rückmeldung aus Indien, die wohl keines weiteren Kommentars bedarf. Werner E. Wiedmer, Biel

Ist es nicht selbstverständlich, dass eine Firma dazu verpflichtet ist, «alle geforderte Sorgfalt» anzuwenden? Das bin ich doch im Alltag ebenso, sobald mir andere Menschen vertrauen, sei es als Lehrperson, Arzt, sogar als Pfadiführer. Und genauso selbstverständlich ist es, dass ich im Zweifelsfall meine Sorgfalt belegen muss. Das nennt man verantwortlich handeln. Onlinekommentar von Markus Eberhard

Leserbrief zu «Berset will doppelt so viele Corona-Tests»

Corona beschäftig uns alle sehr, das Thema geht auch an meine Nerven. Insbesondere bewundere ich die Geduld von Bundesrat Alain Berset in den vielen TV-Interviews. An seiner Stelle würde ich mal mit dem Moderator Platz tauschen und ihn dann fragen, was er machen würde und warum er es noch nicht veranlasst hat. Ich denke, er hat dies wohl auch schon gedacht, aber der amtliche Anstand hindert ihn an einem solchen Spiel. Persönlich danke ich allen Amtsträgern für das Engagement in dieser schwierigen Zeit. René Stalder, Spiez

Leserbrief zu Spielen von YB und anderen Clubs

Als langjähriger Bobachter und Liebhaber der schweizerischen Fussballszene fällt einem zusehends auf: Die überharte, aggressive und sehr gefährliche Spielweise gewisser Mannschaften führt an jedem Spieltag nicht nur zu vielen von den Schiedsrichtern ausgeteilten gelben und roten Karten, sondern vor allem zu schweren Verletzungen, die für die betroffenen Spieler lange Spielabsenzen auslösen. Auch die vermehrt «eingeübten», vielfach theatralischen Einlagen, wie zum Beispiel provozierende Schwalben, die ständigen Reklamationen bei Schiedsrichterentscheiden sowie die Spielverzögerungen stellen den Mannschaften kein faires Zeugnis aus – besonders im Bernbiet, wo sie regelmässig auf die Gunst des Schiedsrichters zählen können – und schaden dem schönen und attraktiven Fussball. Auch im Wissen darum, dass heute im Spitzensport Geld und Macht regieren, dürfen solche Unsitten keineswegs akzeptiert werden. Daniel Moresi, Liebefeld