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BSV-Trainer Aleksandar Stevic«Ich hätte es mir gut vorstellen können, zu bleiben»

Aleksandar Stevic muss beim BSV Bern den Trainerposten Ende Saison für Martin Rubin räumen. Dass er dies so früh weiss, hat für ihn auch Vorteile.

Aleksandar Stevic motiviert noch bis Ende der laufenden Saison die Spieler des BSV Bern.
Aleksandar Stevic motiviert noch bis Ende der laufenden Saison die Spieler des BSV Bern.
Foto: Andreas Blatter

Sie befinden sich in Ihrem vierten Jahr als Trainer in Bern. Wie fällt Ihre bisherige Bilanz aus?

Sehr positiv. Ich arbeite immer noch mit viel Freude und Spass beim BSV, wir haben viele Ziele erreicht. Das Team ist professioneller aufgestellt, wir konnten uns in Richtung der ersten vier Ränge orientieren. Ein Titel zum Abschluss wäre die Krönung.

Dafür steht ja noch eine Saison zur Verfügung. Und im Verein sprechen einige vom Cupfinal in der eigenen Halle als Ziel.

Das wäre schön, aber wir dürfen uns nicht auf dieses eine Ziel fixieren. Zuerst gilt es, gut in die Saison zu starten, in den ersten Spielen treffen wir ausschliesslich auf Topteams.

Im Juli haben Sie erfahren, dass Sie im Sommer 2021 von Martin Rubin abgelöst werden. Wie gehen Sie mit diesem Entscheid um?

Als Trainer weisst du, dass so etwas passieren kann. Leistungssport ist ergebnisorientiert, da wird meistens die aktuelle Situation bewertet. Und ich hatte auch unterschwellig das Gefühl, dass etwas vor sich geht.

Hätten Sie selbst weiter beim BSV tätig sein wollen?

Ich hätte es mir gut vorstellen können, zu bleiben. Ich wollte in die Saison starten und schauen, wie die Entwicklung des Teams vonstattengeht. Und dann vielleicht Ende Jahr die Entscheidung treffen, ob ich beim BSV weitermache.

«Aber ich habe ja noch Zeit, einen neuen Verein zu finden.»

Sie haben vor Ihrer Zeit in Bern auch als Sportdirektor gearbeitet. Könnte Ihre Zukunft wieder auf einer solchen Position liegen? Oder sehen Sie sich ganz klar als Trainer?

Und Geschäftsführer war ich ja auch schon… (schmunzelt) Ich habe in Vereinen so ziemlich alles gemacht, war aber auch schon in der Verbandsarbeit sportartenübergreifend aktiv. Dass ich wieder eine Tätigkeit abseits des Feldes ausübe, kann ich nicht ausschliessen. Priorität hat aber klar, einen neuen Trainerjob zu finden, im Moment möchte ich in der Halle mit einer Mannschaft arbeiten.

Haben Sie bereits Angebote erhalten?

Noch nicht. Aber ich habe ja noch Zeit, um einen neuen Verein zu finden. Gerne auch einen, der international im Einsatz steht. Die Europacup-Spiele mit dem BSV haben mir stets grossen Spass gemacht.

Also eher ein Verein aus der 1. Liga in der Schweiz oder in Österreich als einer aus der 2. deutschen Bundesliga.

Zunächst bin ich in alle Richtungen offen. Die 2. Bundesliga ist eine Spielklasse, in der hochprofessionell gearbeitet wird und die sehr spannend ist. Die 1. Bundesliga bleibt ein Ziel von mir. Was mich auch interessieren und extrem reizen würde, ist mit einer Nationalmannschaft an einer WM oder an Olympischen Spielen teilzunehmen.

Wird Ihre Laufbahn in der Schweiz bei den grossen deutschen Vereinen überhaupt wahrgenommen?

Das weiss ich nicht genau. Was ich sagen kann, ist, dass die Schweizer Liga immer besser wird, bekannte Namen wie zuletzt Bo Spellerberg (bis im Frühling dänischer Spieler-Trainer bei St. Otmar St. Gallen, die Red.) haben den Weg hierher gefunden. Es wird immer professioneller gearbeitet, das Niveau wird höher.

Die Corona-bedingte Pause hat die Arbeit mit dem Team abrupt unterbrochen. Sind die Spieler bereits auf ihrem maximalen Leistungsniveau angekommen?

Als wir im Juli das Mannschaftstraining wieder aufgenommen haben, sah und spürte man, dass sie monatelang nicht richtig Handball gespielt hatten. Mittlerweile sind sie auf einem guten Level angekommen. Ganz in Topform befinden sich die Spieler aber nicht. Es braucht noch etwas Zeit, bis sie sich auf ihrem maximalen Leistungsniveau befinden.