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Leserreaktionen«Ich finde es mutig, dass es Menschen wie Marco Rima gibt»

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen. Unter anderem zu den Äusserungen des Comedians Marco Rima zur Corona-Krise.

Ein Leser findet den Umgang mit dem Comedian Marco Rima unfair.
Ein Leser findet den Umgang mit dem Comedian Marco Rima unfair.
Foto: Sophie Stieger

Zu «Differenzen in Tägertschi»

Information nicht Indokrination

Anlässlich eines Informationsanlasses zur Ortsplanungsrevision Münsingen ist von einem Gemeinderat der FDP zu vernehmen, dass es «nicht im Interesse der Gemeinde liege, dass die von ihr organisierten Veranstaltungen durch Dritte benützt werden, ihre eigenen Anliegen werbewirksam zu verbreiten». «Info» heisst nicht «Indoktrination», sonst verzichten wir in Zukunft besser auf solche Begegnungen. Es passt dazu, dass ursprünglich ein «Bevölkerungs-Work-Shop» im Gemeindesaal durchgeführt wurde, wo bereits eine grosse Skepsis gegenüber einem weiteren Wachstum Münsingens spürbar wurde und heute seitens des Gemeinderates das Gegenteil behauptet wird. Wie konkret es damit aussieht, konnte im Zusammenhang mit dem Thema Überbauung «Underrüti» beobachtet werden, wo die dortigen Pflanz-Plätze einer vierstöckigen Überbauung weichen sollen und der Widerstand der heutigen Mieter brachial gebrochen werden sollte durch das Zerstören ihrer Plakate und Transparente in einer Nacht- und Nebelaktion.

Peter Bolliger, Münsingen

Zu «Marco Rima demontiert sich selber»

Nicht alle in den gleichen Topf werfen

Ich finde es befremdlich, dass ein solch tendenziöser Artikel über Marco Rima veröffentlicht werden darf. Marco Rima wird als Verschwörungsmystiker und trauriger Corona-Clown betitelt. Zudem wird ihm das Fehlen jeglicher Logik vorgeworfen. Das ist herablassend, erniedrigend und frech. Auch wenn er eine Meinung vertritt, welche im Moment nicht dem Mainstream entspricht, darf er diese frei äussern ohne gleich an den Pranger gestellt zu werden. Ich finde es mutig, dass es Menschen wie Marco Rima gibt, die sich getrauen die Corona-Massnahmen anzuzweifeln und dazu stehen. Mich stimmt es traurig dass alle, die sich Gedanken machen und die zum Teil unverhältnismässigen Massnahmen hinterfragen, in einen Topf geworfen werden mit Rechtsextremen, Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern.

Emanuel Jungo, Bremgarten

Zur Abstimmung über eine massvolle Zuwanderung

Eine Steuerung der Einwanderung ist nachhaltig

Auf jede Schweizer Arbeitsstelle können sich 500 Millionen EU-Bürger bewerben. Jeder EU-Bürger kann sich auch ohne Arbeitsstelle in der Schweiz niederlassen. Mit der resultierenden einer Million Zuzüger in 13 Jahren gehört die Schweiz zu den Ländern mit der weltweit anteilsmässig grössten Einwanderung. Die EU-Beitrittskandidaten Albanien, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und Türkei werden die Konkurrenz für den Mittelstand auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt noch weiter verschärfen. Zusätzlich erhöht sich das Ungleichgewicht zwischen natürlichen Ressourcen und Einwohnerzahl. Bereits heute muss die Hälfte der Energie und ein Drittel der Lebensmittel importiert werden. Eine Steuerung der Einwanderung ist sozial für unsere Arbeitslosen, solidarisch mit dem Mittelstand und nachhaltig für Natur und Umwelt in der Schweiz.

Stefan Hänggi, Stettlen

Zur Abstimmung über das Jagdgesetz

Die hohen Verluste werden in Kauf genommen

Italien schützt seine riesigen Schafherden erfolgreich: Abends werden die Schafe zusammengetrieben, elektrisch umzäunt, oft noch mit Hunden bewacht. Selten bis nie gibt es dort Wolfsrisse. Grösster Feind der Alpschafe ist nicht der Wolf, sondern die Schafhalter, welche die Herden monatelang einfach sich selber überlassen. Schweizweit verenden über 4000 Schafe und Lämmer durch Abstürze, Verletzungen, Stacheldraht, Krankheiten und Blitzschlag. Diese hohen Verluste nimmt man in Kauf. Schafe hätten im hochalpinen Gebiet nichts zu suchen, denn sie bringen den Gämsen und Steinböcken die Moderhinke oder die Schafsblindheit. Im Herbst verpassen dann unzählige Schafe den Abstieg ins Tal, verhungern elend im Schnee. Wenn man den Schutz der Schafe nicht zu organisieren vermag, müssen die Verpflichtungen den Tieren gegenüber endlich neu überdacht werden.

Kathrin Gammenthaler, Meyriez